Gehäuse
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Erst vor wenigen Wochen haben wir euch Phobyas erstes Gehäuse, den UltraBig Watercoolcase Tower vorgestellt. Das es sich bei dem Gehäuse um kein herkömmliches handelt, erklärt sich durch den Hersteller, der sich primär in der Wasserkühlungsbranche einen Namen erarbeitet hat. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es sich bei dem von uns gestesteten Tower um ein Model handelt, das primär für den Einsatz von Wasserkühlungen konzipiert wurde. Wie gut das Phobya Gehäuse diese Aufagbe meistert, könnt Ihr auf den kommenden Seiten lesen. 


Das Gehäuse wurde in einem schlichten Karton verpackt. Um mackellos beim Anwender zu erscheinen, wurde es in einen Luftpolsterschlauch gepackt und die Ecken zusätzlich mit Schaumstoff versehen. Aufgrund der enormen Größe und des hohen Gewichtes empfehlen wir dem Käufer das Gehäuse nach Erhalt auf Lieferschäden zu kontrollieren.

Technische Details:

  • Material: Stahl
  • Farbe: schwarz pulverbeschichtet
  • Abmessungen (L x B x H): 585 x 243 x 760 mm
  • Gehäusemontageschrauben: M4 x 5mm Senkkopf
  • Gewicht: 22 kg


Phobya setzt beim Ultrabig Watercase auf Stahl und nicht auf Aluminium. Der Vorteil von Stahl liegt klar auf der Hand, das Material ist deutlich stabiler als Aluminium, jedoch auch deutlich schwerer - überhaupt wenn die Stahplatten 1,5mm dick sind. So erklärt sich auch das Gewicht von 22kg ohne Inhalt. Bei einem kompletten Vollausbau mit Monsterradiatoren an den Seiten und drei internen Radiatoren sollten 40 kg inklusive Hardware keine Seltenheit sein. Um das hohe Gewicht etwas zu kompensieren legt der Hersteller stabile Rollen bei. So kann man den Tower gemütlich zum Arbeitsplatz schieben und hebt diesen dann hoch.

Lieferumfang:

  • 1x Phobya WaCoolT UltraBig Watercase Black
  • Montagematerial
  • Inbusschlüssel


Das Zubehör beinhaltet alles was man braucht um seine Hardware zu montieren. Auf einen Ein-Ausschalter wurde jedoch verzichtet, diese muss man sich extra bestellen.


Da sich der Hersteller besonders um die Montage für eine Wasserkülung bemüht, dachten wir uns näher auf die Möglichkeiten des Gehäuses einzugehen.


Montagemöglichkeiten des Phobya WaCoolT UltraBig Watercase Gehäuses:


Radiator bzw. Lüftermontage:

 

  • Rückseite: 1x 120mm Lüfter (kein 140er)
  • Front: 1 x 200mm Radiator, 1x 280mm bzw. 1x 240mm Radiator oder kleiner (Der Festplattenrahmen lässt sich um Platz zu schaffen, frei justieren)
  • Deckel: 1 x 400mm Radiator, 1x 480mm bzw. 1x 420mm Radiator oder kleiner
  • Boden: 1 x 400mm Radiator, 1x 480mm bzw. 1x 420mm Radiator oder kleiner
  • Zwischenboden: 1 x 400mm Radiator, 1x 480mm bzw. 1x 420mm Radiator oder kleiner
  • Seitenwand rechts: 1 x Nova oder SUPERNOVA Montagemöglichkeit AUCH mit Nova Box
  • Seitenwand links: 1 x Nova oder SUPERNOVA Montagemöglichkeit NUR mit Nova Box und mit Shroud 1x 200er- oder 180er-Lüfter


An den Möglichkeiten der Radiatorenmontage erkennt man, dass es der Hersteller durchaus ernst meint. Uns ist bis jetzt noch kein Tower aufgefallen, der eine derartige Vielzahl an Möglichkeiten bietet. Hier hat man wirklich aus den vollen geschöpft und bietet alles was das Herz begehrt. Man kann von 480mm bis 120mm Radiatoren alles verbauen was man möchte. Auch auf Übergrößen wie die 400mm oder 200mm Radiatoren wurde gedacht. Da dieses Gehäuse voll modular ist sollte auch die Montage recht einfach vonstatten gehen.


Schlauchdurchführungen:

  • 2 x Rückseite, 19mm Öffnung
  • 4 x Oberseite, 19mm Öffnung
  • 6 x Schlauchdurchführung, 19mm Öffnung


Um die extern montierten Radiatoren mit Wasser zu versorgen wurden genug Schlauchdurchführungen und Fillports integriert.


Pumpenmontage: 

  • 2 x Montagevorrichtung Pumpen am Zwischenboden:
  • intern, mittig unter Mainboard
  • M4 Gewindebohrungen
  • Kompatibilität:
    • Eheim 1046 (HPPS, Aquastream, Watercool 12V), Eheim 1048, Magicool 12V,
    • Phobya DC 260 & DC 400, EK-DCP 2,2 & DCP 4,0
    • Laing DDC, Laing D5


Damit man bei einer Vollbestückung keine Durchflussprobleme erlebt, dachte man gleich an Montagemöglichkeiten für mehrere Pumpen. Dabei wurden die gängigsten Pumpen berücksichtigt um größtmögliche Kompatibilität zu gewährleisten.

 
Ausgleichsbehälter:

  • intern, alternativen zu den Radiatoren
  • extern, Rückseitig
  • 5x Slotin Löcher zur Montagemöglichkeit eines AGBs (Röhre bis 400mm)


Mainboard und Grafikkarten

  • ATX, µATX (Micro-ATX), E-ATX, µATX, SR-2
  • Grafikartenlänge bis 400mm, nach Slotentfernung 580mm
  • 5x 5,25“ Laufwerksschächte mit 4 Frontblenden
  • 9x 3,5“ Festplattenschächte
  • 3x Netzteilplätze - davon 2 mit Blende und 80mm Lüfter Montagemöglichkeit, Länge bis 400mm


Wie man an den unzähligen Montagemöglichkeiten erkennen kann meint es Phobya durchaus ernst mit seinem UltraBig Watercase. Der Vorteil ist freilich der modulare Aufbau des Gehäuses. Der Einsatz von 1.5mm starken Stahlplatten ermöglicht eine größtmögliche Stabilität, doch dies hat den Nachteil, dass das Gewicht mit 22kg exkl. Hardware und Wasserkühlung hoch ausfällt. Dafür ist der Preis mit ca. 229.90€ für das gebotene interessant.


Das Phobya Ultrabig Watercase ist eher ein schlichtes Gehäuse. So wurde auf krasse Auffälligkeiten gänzlich verzichtet. Was jedoch sofort auffällt sind die vielen Luftlöcher, die das Gehäuse zum Atmen braucht. So erkennt man an der rechten Seite die Montagemöglichkeit für einen Monsterradiator und links die Ausnehmungen für einen großen Lüfter.


An der Front herrscht natürlich die gleiche Optik. So lässt sich hier relativ rasch erkennen, dass man hier einen 200mm Radiator oder eben einen 280mm Radiator installieren kann. Knapp darüber findet das Phobya Logo Platz. Beim Deckel geht es luftig weiter, auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten einen Radiator zu installieren. Zusätzlich gibt es beim Deckel natürlich auch Fillports an allen Ecken. Der leicht glänzende schwarze Lack wurde äußerlich gut aufgetragen. Gröbere Schnitzer konnten wir in dem Fall keine verifizieren.


Insgesamt wirkt das Gehäuse sehr schlicht und edel. Die äußerliche Verarbeitung befindet sich auf einem guten aber keinem perfekten Niveau. Auf zusätzlichen Schnick-Schnack wie USB-Ports oder ein I/O Pannel im Allgemeinen wurde wie bei vielen anderen Wasserkühlung-Gehäusen verzichtet.


Innen geht es heiter weiter. Auch hier setzt der Hersteller auf leicht glänzendes schwarz und auch hier wurde dieser gut verarbeitet. Aber es gibt mehr Details zu sehen. So befindet sich eine Midplate im Gehäuse, welche theoretisch die Möglkichkeit bietet Radiatoren zu verbauen. Ebenfalls bietet das Ultrabig Watercase die Möglichkeit das Netzteil an mehreren Positionen zu montieren. Hier fiel uns jedoch auf, dass man den Platz unter der Midplate nicht nutzen kann. Denn man kommt mit den Kabeln nicht mehr heraus.Womit wir auch schon beim größten Mangel des Gehäuses angekommen sind. Es bietet kein Kabelmanagement. Richtig gelesen, auf eine ordentliche Kabelverlegung wurde gänzlich verzichtet.

Ein Umstand, der uns nicht gerade in Begeisterung versetzt. Dabei hätte man nur den einen oder anderen Ausschnitt am Mainboardtray machen brauchen um die Kabel gut verlegen zu können. Dafür geht es positiv an der Front weiter. Hier kann man um dicke Radiatoren zu montieren den Festplattenrahmen flexibel nach hinten versetzen oder komplett entfernen. Dieser lässt sich natürlich auch komplett entfernen. Die Midplate besitzt zusätzlich einen Ausschnitt um Pumpen auch in der untersten Etage montieren zu können.


Der Mainboardtray wurde so gestaltet, dass auch die größten Mainboards wie z.B. das EVGA SR2 darauf Platz finden. Er ist durch das verwendete Material sehr stabil und besitzt viele Ausnehmungen die ein Kabelmangament ermöglichen würden. Zusätzlich ist er ebenfalls wie der Rest des Gehäuses modular gestaltet und lässt sich somit leicht demontieren. In Summe weiß der Innenraum durch kleine Details zu begeistern. Abgesehen vom Ausrutscher mit dem Kabelmanagment ist den Ingenieuren jedoch viel Interessantes eingefallen.


Die Montage gestaltet sich durch die modulare Bauweise denkbar einfach. Zuerst muss man natürlich den Seitendeckel entfernen. Dies geschieht recht rasch, indem man die zehn M4-Schrauben mit dem beiliegenden 6-Kantschrauber öffnet. Hier sollte man mit größter Vorsicht vorgehen, denn das Gewicht ist durchaus hoch. Mit etwas Mühe geht es jedoch. Hat man dies erledigt macht man am besten mit der Midplate und dem Deckel weiter.

Auch hier öffnet man einfach vier Schrauben und entfernt diese. Das alles geschieht in recht kurzer Zeit und geht wirklich sehr leicht von der Hand. Wenn man die Teile nun entfernt hat nimmt man sich am besten den Boden vor. Um das Gehäuse ordentlich mit Frischluft zu versorgen installieren wir im unteren Bereich einen 480mm Radiator mit 45mm Stärke aus dem Hause Alphacool. Um den Radiator zu fixieren, müssen wir das Gehäuse natürlich umlegen. Bei der Radiatormontage nutzen wir gleich die Gelegenheit um die praktischen Räder zu fixieren. Hat man das erledigt, stellt man das Case einfach wieder auf und macht mit der Midplate weiter.

Diese installieren wir wieder um eine Pumpe darauf zu montieren. Bei der Endmontage verwenden wir dafür eine Phobya DC12-400 welche mittig platziert wird. Hier hat der Hersteller alles richtig gemacht und an den passenden Positionen die richtigen M4-Gewinde gesetzt. Denn egal für welche Pumpe man sich entscheidet, man wird die passenden Vorkehrungen finden.
Den Festplattenkäfig an der Front entfernen wir und ersetzen Ihn mit einem 280mm Radiator aus dem Hause Phobya, mit einer Dicke von 60mm. Das ganze geschieht recht einfach, man entfernt einfach die 4 Schrauben vom flexiblen Käfig, entfernt diesen und installiert den Radiator. Den dritten und letzten Wärmetauscher installieren wir natürlich im Deckel. Hier haben wir uns für ein 400mm Modell aus dem Hause Phobya entschieden. Dieser sorgt aufgrund der großen Lüfter für einen enormen Luftabzug und unterstützt somit den Airflow im Gehäuse.


Auf einen Lüfter im Heck haben wir verzichtet. Den Ausgleichgsbehälter haben wir an der Rückseite des Gehäuses hinter dem Netzteil angebracht. Hier kann man seinem persönlichen Geschmack freien Lauf lassen und sich für das Modell entscheiden welches einem wirklich am besten gefällt.
Das Gehäuse nimmt auch überlange AGBs ohne größere Probleme auf. Grundsätzlich ist die wichtigste Montage der Wasserkühlung abgeschlossen. Dafür haben wir in etwa 150 Minuten benötigt.


Jetzt geht es mit der Hardware weiter. Die Installation unterscheidet sich in dem Fall nicht von anderen Gehäusen und sollte recht rasch vonstatten gehen. Die Kabel muss man leider kreuz und quer durch das Case verlegen, da die passenden Ausschnitte am Mainboartray nicht zu finden sind. Hier hat der Hersteller jedoch schon angekündigt, an diesem Fehler zu arbeiten.
Für die komplette Installation haben wir gut drei Stunden gebraucht. Eine Zeit die sich für die verbaute Hardware durchaus sehen lassen kann.


Wie immer bei so einem Test beginnen wir mit den wichtigsten Punkten unserer gesammelten Erfahrungen.



Negative Aspekte: 

  • Hohes Gewicht
  • Kein Kabelmanagement 


Positive Aspekte:

  • Montagemöglichkeiten


Phobya ist mit dem ersten Gehäuse durchaus ein gutes Produkt gelungen. So kann man in allen Ecken und Enden seine Wasserkühlung so installieren wie man es gerne möchte. Im Augenblick ist uns kein Wakü-Tower bekannt, der die gleichen Möglichkeiten bietet. So gibt es zwar von Little Devil oder XSPC sehr interessante Genrevertreter um das doppelte Geld, diese bieten jedoch nicht den Umfang an Einabauplätzen. Der einzige gravierende Fehler den wir finden konnten ist das Kabelmanagment. Hier kann sich jeder Modder mit einem kleinen Ausschnitt selbst helfen. Andere Anwender können auf die Revision 1.2 warten. Zusätzlich bietet der Hersteller Zubehör an, damit man das Gehäuse mehr an den persönlichen Geschmack anpassen kann. So gibt es in den kommenden Wochen geschlossene Seitendeckel und Seitendeckel mit Sichtfenster. Vielleicht gibt es auch einmal Seitendeckel aus Aluminium um das Gewicht zu reduzieren. Im Großen und Ganzen ist Phobya ein guter Tower gelungen. Das Case gibt es zu einem Preis von ca 229 € bei Aquatuning und hat sich unseren Hardwaremax Silver-Award verdient. Mit ordentlichen Kabelmanagment wäre aber sicherlich mehr drinnen gewesen.

 

alt

 

Großer Dank geht an Aquatuning für das engegengebrachte Vertrauen.

Kommentare
Re: Test: Phobya WaCoolT UltraBig Watercase Black -- Shizophrenic
2012 Mär 29 11:47:35 PM
sehr nettes case, vorallem die angekündigte erweiterbarkeit ist verlockend, leider wirken die atx boards etwas verloren darin, somit müsste also etwas im sinne von sr2 und multi gpu drinnen...
Re: Test: Phobya WaCoolT UltraBig Watercase Black -- Hardwaremax
2012 Mär 30 07:23:40 AM
Ich denke das Sie es bei der Entwicklung irgendwo übersehen haben die Ausschnitte am Tray zu machen. Man hat vom Mainboartray bis zur Rückwand ca. 17mm Platz für Kabel. Leute wie...
Re: Test: Phobya WaCoolT UltraBig Watercase Black -- DJNoob
2012 Mär 31 02:09:38 PM
Danke für den tollen Test und die Bilder.
Ein schönes case, was von innen betrachtet aber auch häßlich, wenn man ihn von vorne betrachtet.
Es ist viel handarbeit angesagt für die jenigen, die Kreativ und basteln mögen.
Dennoch ist es sehr Aufbaufähig. Die möglichkeit soviele Radiatoren reinzu kriegen, ist gewaltig und schön.

Aber was bringts im enddeffekt, wenn man die Kabeln nicht verstecken kann? Denn da hört für mich der spaß auf. Wen es egal ist und gerne viel Radifläche intern haben...
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