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Thermalright Archon IB-E X2-sliderDer Hersteller Thermalright erweitert seine Premium-Produktpalette um den Archon IB-E X2. Dieser stellt den Nachfolger des beliebten Single-Tower Kühlers Archon SB-E X2 dar. Wie schon aus vorangegangenen Tests unserer Redaktion zu vernehmen war, konzentriert sich Thermalright auf bestmögliche Optimierung seiner Erfolgsmodelle. Welche Änderungen vorgenommen wurden und wie gut sich das optimierte Modell gegenüber Konkurrenten behaupten kann, präsentieren wir euch auf den folgenden Seiten.


Wie für Thermalrights Premiumprodukte üblich, erreicht auch der hierzu zählende Archon IB-E X2 den Käufer in einem simplen, naturfarbenen Karton. Lediglich ein einfacher schwarzer Aufdruck weist auf den Inhalt hin.

Im Inneren wird der Kühler durch Schaumstoffummantelungen bestens vor grobmotorischen Versanddiensten geschützt. Die beiden Lüfter werden separiert eingetütet auf die Abdeckung des Kühlers gelegt. Das Zubehör befindet sich ich einer weißen Kartonbox, die den Innenraum des Kartons auskleidet, um ein Verrutschen des darunter verstauten Zubehörs zu vermeiden. Dessen Inhalt besteht aus einem Montage-Kit für Intel- und AMD Systeme, einer 2g Tube Wärmeleitpaste „Thermalright Chillfactor III“, vier Haltebügel zur Installation der beiden enthaltenen 140mm Lüfter mit 120mm-Bohrungen, acht selbstklebende vibrationsdämmende Gummiecken und einer PWM-Y-Weiche. Die bebilderte Einbauanleitung in multilingualer Ausführung wird oben aufgelegt.

Ganz typisch für Premium-Modelle des Herstellers präsentiert sich der komplette Korpus des Archon IB-E X2 in einem silbernen auf Hochglanz polierten Nickelkleid. Nach Erstbetrachtung fällt zunächst die stark asynchrone Bauweise auf. Dabei wurde die Bodenplatte zur Seite verschoben, damit der Radiator des Kühlers den obersten PCI-E -Slot auf Mainboards im ATX-Format nicht mehr blockiert. Weitere signifikante Änderungen sind in den Maßen des Radiators zu finden. Mit 155 x 165,2 x 53,66 mm (B x H x T) ohne Lüfter, ragt der Radiator auch nicht mehr über die Oberkante des Mainboards hinaus und bietet so höhere Kompatibilität für im Deckel montierte Lüfter oder oben im Gehäuse positionierte Netzteile. Desweiteren wurde die Distanz von der Bodenplatte bis zur untersten Lamelle von 34,45 mm auf 43,2 mm im Außenbereich durch Abstufungen der Lamellen vergrößert, um die Kompatibilität für Mainboards zu erhöhen, die über ausladende Bauteile verfügen. Die Reduktion des Höhenmaßes von 170,2 auf 165,2 mm bietet ein deutlich breiteres Gehäuse-Einsatzgebiet, wenn auch dieses Maß noch durchaus stattlich für diesen Bereich ist. Entsprechend der Änderung des Höhenmaßes, musste auf zwei Aluminiumlamellen verzichtet werden. Insgesamt werden jetzt  42 Aluminiumlamellen in einem Abstand von 2mm zueinander mit den acht gesinterten (in einem speziellen Verfahren gehärtet) Kupferheatpipes in sechs Millimeter Durchmesser verpresst.  Trotz der Maßreduktionen gibt Thermalright ein gleichbleibendes Gewicht des Kühlers samt beider Lüfter von 1100 g an.

Durch die hohe Anzahl an Heatpipes, sowie deren gruppierte Formation, erlangt der Radiator eine enorme Stabilität, die groß genug ist um auf Verankerungs-Syteme verzichten zu können. Die Heatpipe-Enden zeigen sich an der Decklamelle ordentlich verarbeitet und verzichten auf zusätzliche Kappen. Durch die einheitliche Nickelschicht ergibt sich ein angenehmes Gesamtbild. Die Lamellen sind hervorragend gestanzt, makellos entgratet und warten mit einer relativ kratzfesten Nickelschicht auf. Grund zur Kritik gibt es hier keine.

Die vernickelte Kupfer-Bodenplatte des Kühlers ist hochglanzpoliert und verfügt über eine leicht konvex geformte Auflagefläche. Die acht Heatpipes wurden mit dem Boden verlötet, um eine optimale Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Auch hier zeigt Thermalright wieder professionell sehr hochwertige Verarbeitungsqualität durch extrem saubere Löttechnik, die den Gesamteindruck, den man bislang bekommen hat, nur noch untermauert.

 

Technische Details
Thermalright Archon IB-E X2
Maße ohne Lüfter  155 x 165,2 x 53,66 (B x H x T)
Maße mit Lüfter  155 x 165,2 x 106,5 (B x H x T)
Material vernickeltes Kupfer (Bodenplatte, Heatpipes)
vernickeltes Aluminium (Lamellen)
Gewicht
1100g mit Lüfter
Heatpipes  8 x 6mm
Kompatibilität Intel  775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011(v3)
AMD  AM2, AM2(+), AM3(+), FM1, FM2, FM2(+)
Derzeitiger Preis  Ab ca. 61,-€

 

Um die an den Kühler abgegebene Wärme abzuführen, setzt Thermalright zwei Exemplare des Typenmodells TR-TY141 ein. Die Lüfter haben Abmessungen von 140 x 152 x 26,5 mm, wobei die Montagepunkte identisch mit denen konventioneller 120 mm Lüfter sind. Deren Befestigung am Kühler funktioniert über ein Bügelhalteklammersystem. Entgegen normaler Bügelhaltesysteme, werden die Klammerenden in die Bohrungen gesteckt, die sich seitlich der Kühlfinnen befinden. Die Lüfter arbeiten PWM gesteuert von 900 U/min bis 1300 U/min, entwickeln dabei 17 bis 21 dB(A) und erreichen 48 - 125,7 m³/h an Luftdurchsatz. Das Doppel-Kugellager garantiert eine lange Lebensdauer. Eine automatische sowie einheitliche Regelung der Drehzahlen beider Lüfter wird durch die im Lieferumfang enthaltene Y-Weiche ermöglicht.

Technische Details TR-TY141
Lüftermaße  140 x 152 x 26,5 mm (B x H x T)
Bohrungen  120 mm
Anschluss  4-Pin PWM
Regelbereich  900 - 1300 U/min
Lautstärke  17 - 21 dB(A)
Luftdurchsatz  48 - 125,7 m³/h
Rotorblätter  7
Lager Doppelkugellager
Standardspannung  12 V


Montageablauf bei einem Sockel 2011 System:

 

  • Doppel-Gewindebolzen in die am Sockel befindlichen M4 Gewinde bis Anschlag einschrauben
  • Montagerahmen anschrauben
  • Wärmeleitpaste auf die CPU auftragen
  • Lüfter vom Kühler entfernen
  • CPU-Kühler mit Montagerahmen verschrauben
  • Lüfter montieren
  • Lüfter anstecken

 

Für andere Sockel als LGA2011 legt Thermalright eine aus Metall geformte Multisockelbackplate in den Lieferumfang, welche für AMD- und Intel-Systeme gleichermaßen geeignet ist. Um die Hardware vor ungewollten Kurzschlüssen zu schützen, fügt der Hersteller eine zur  Backplate passend geformte Kunststofffolie bei. Die Gewindebolzen werden entsprechend des Sockels durch die Bohrungen geführt und mit den für das jeweilige System passenden Kunststoffunterlegscheiben auf der Gegenseite arretiert. Nun schiebt man die Gewindebolzen durch die Montagelöcher des Mainboards und arretiert diese auf der Oberseite des Mainboards mit den Rändelmuttern. Dabei ist zu beachten, dass die Kunststoffbeschichtete Seite nach unten zeigt. Jetzt kann mit der Installation des Montagerahmens begonnen werden.

Die Montage des Kühlers ist simpel und selbsterklärend. Ungeübte Anwender werfen einen Blick auf die Anleitung. Auch hier stellt sich schnell heraus, dass die Montage einfach vonstattengeht. Wir montieren die Rändelmuttern (Abstandhalter) und platzieren darauf die Montageplatte so, dass die Schraubgewinde mit den Ecken befindlichen Bohrungen übereinstimmen. Danach verschrauben wir  die Montageplatte und platzieren den Kühler auf die mit WLP benetzte CPU. Nun führen wir die Mittelstegplatte durch die Heatpipes hindurch. Dabei platzieren wir die Mittelstegplatte so, dass die Bohrungen an den Enden der Mittelstegplatte mit den Gewindebohrungen der Montageplatte übereinstimmen. Schlussendlich werden Mittelstegplatte und Montagerahmen verschraubt. Die Schrauben werden bis Anschlag fest angezogen. Jetzt bringen wir die selbstklebenden Gummiecken am Kühler an und installieren die Lüfter mit Hilfe der Haltebügel. Nun verbinden wir die Lüfter mit der Y-Weiche und stecken diese auf den 4Pin-PWM Anschluss des Mainboards. In unserem Fall verbinden wir die Lüfter einzeln mit dem Aquaero um eine genaue Kontrolle über die Umdrehungsgeschwindigkeit der Lüfter zu bekommen.

Insgesamt nimmt die Montage relativ wenig Zeit in Anspruch. Verbesserungsvorschläge wären an dieser Stelle dennoch angebracht. Anstatt die Rändelmuttern, welche als Distanzhalter dienen, mit einem Innengewinde auszustatten, würde ein Gewindebolzen die bessere Variante darstellen. So würde man die Montageplatte auf die Gewinde stecken und wäre gleichzeitig in der Position fest gehalten. So müsste nur noch der Montagerahmen mit Rändelmuttern werkzeuglos arretiert werden. Die Befestigung der Anpressplatte dürfte auch gerne mit Rändelschrauben funktionieren.


Damit unsere Leser bei unseren Tests den größten Mehrwert haben, nutzen wir aktuelle Prozessoren. Die mögen zwar immer weniger Strom verbrauchen, aber unter massiver Übertaktungen ergeben sich auch so große Differenzen.

Testsystem:

Mainboard

Asrock X79 Extreme 6

Prozessor

Intel Ivy Bridge E i7-4820K

Arbeitsspeicher

4 x 2GB mushkin essentials

Grafikkarte

Sapphire HD7770 GHz Edition

Datenträger

Samsung 200GB HDD

SSD

OCZ Vertex2

Netzteil

Seasonic X650

Gehäuse

Fractal Design Define R4

Gehäuselüfter

3 x Bequiet Silent Wings

Wärmeleitpaste

Prolimatech PK3-30 Gramm Tube

Referenzlüfter

Phanteks PH-F140TS und Noctua NF-F12

Überwachung

Aquaero5 XT

Mainboard:
Das von Asrock stammende X79 Mainboard steht für Zuverlässigkeit und Stabilität, also genau das Richtige um langfristig vernünftige Kühlertests zu schreiben.
Prozessor:
Intels Ivy-Bridge E 4820K stellt Intels aktuellsten und kleinsten High-End Prozessor  für Übertakter dar. Mit dem offenen Multiplikator lassen sich problemlos Taktraten weit außerhalb der Spezifikationen erreichen. Im Gegensatz zu unserem Vorgänger, dem i5 3570k, lassen sich dank der höheren Abwärme deutlich größere Differenzen bei Kühlertests erreichen. So gestalten sich unsere Tests noch aussagekräftiger als zuvor.
Arbeitsspeicher:
Hier greifen wir auf Mushkin Essentials im QuadPack zurück. Dieser lässt sich massiv übertakten und kommt mit einer Höhe von nur 3cm daher. Somit greifen wir auf eine sehr niedrige Produktionshöhe um eventuellen Kompatibilitätsproblemen bei Kühlertests aus dem Wege zu gehen.
Gehäuse:
Mit dem Fractal Design Define R4 nutzen wir eines der wohl beliebtesten Midi-Tower Gehäuse. Es ist außerdem aufgrund seiner Lüftermontagemöglichkeiten und immensen Breite für Lüfter Tests bestens geeignet.
Gehäuselüfter:
Mit den Bequiet Silent Wings 2 in der 140mm Version, greifen wir auf aktuelle Referenzlüfter zurück. Die Lüfter lassen sich nicht nur einwandfrei via. Aquaero 5 regeln, sondern sind auch auf maximaler Drehzahl angenehm ruhig und leise. Wir haben davon einem in der Gehäuse front, sowie im Heck und im Deckel montiert.
Wärmeleitpaste:
Es kommt immer öfters vor das es bei Wärmeleitpasten unterschiedliche Chargen gibt. Damit wir auch bei der Wärmeleitpaste keine Schwankungen befürchten müssen, greifen wir auf eine 30 gr. Tube Prolimatech PK3 zurück.
Überwachung:
Damit es bei unseren Messungen keine bösen Überraschungen gibt, nutzen wir Aquacomputers Aquaero5 zur Überwachung der Temperaturen. Neu an der Aero5 ist die Möglichkeit Softwaresensoren einzubinden. Die ermöglichen es uns, den ganzen Testlauf via. Diagramm zu beobachten und im Anschluss auszuwerten. Selbstverständlich überwachen wir damit auch die Gehäuseumgebungstemperaturen. Kalibriert wurde die Aquaero5 mit einem Würth Infrarotthermometer der auch in der Industrie Anwendung findet.

Wie immer legen wir enormen Wert auf praxisnahe Tests, sprich die Tests werden wieder im Gehäuse und nicht auf einem Benchtable durchgeführt, da der Einsatz im privaten Bereich von Benchtables extrem rar gesät ist. Das bedeutet für uns zwar deutlich mehr Aufwand, spiegelt aber nun mal genau das wieder was der User zuhause nutzt und umgehen somit eine Verzerrung der Testergebnisse.

 

Ablauf und Messungen:
Damit wir den einzelnen Kühlkörper im Auslieferungszustand auf seine Leistungsfähigkeit hin zuordnen können, wird jeder Kühler mit seiner Standardausstattung, wie Lüfter und Wärmeleitpaste mit dem auf 4.3 GHz übertakteten Prozessor gemessen. Dabei arbeiten die Gehäuselüfter sowie die Lüfter der Kühler auf 5,7 und 12 Volt. Wir haben uns deswegen für diese Spannungen entschieden, weil es dafür auch die nötigen Adapter gibt. Haben wir diese Testläufe zu Ende gebracht, werden die Kühler auch mit Referenzlüftern und Referenzwärmeleitpaste gemessen. Dabei nutzen wir Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper und Noctuas NF-F12 für 120mm Lüfter für 120mm Kühlkörper. Mit diesen Messungen stellen wir die absolute Rohleistung der Kühler fest, da hier für alle Kühler die gleichen Regeln gelten. Die Referenzmessungen werden mit 4.3 GHz @ 1.26 Volt und 3.9 GHz @ 1.01 Volt durchgeführt.
Wobei wir beim 3.9 GHz Setting nur auf einen Lüfter zurückgreifen. Die Drehzahlen der Lüfter laufen bewegen sich hierbei auf 550, 900 und 1300 U/min.

Einen Semipassiv-Test bei dem lediglich die Gehäuselüfter auf 300 U/min laufen, vollziehen wir ausschließlich bei Kühlern, die für einen Passivbetrieb ausgelegt sind.
 
Zusammengefasst besteht der Parcours aus 3 Rubriken mit je 3 Tests und eine Rubrik mit 2 Tests:

Rubrik 1)
Messungen bei 4,3Ghz und Standardausstattung

  • 5Volt bzw. 20% PWM + Gehäuselüfter auf 6 V
  • 7Volt bzw. 50% PWM + Gehäuselüfter auf 9 V
  • 12Volt bzw. 100% PWM + Gehäuselüfter auf 12 V

Rubrik 2)
Messungen bei 4,3Ghz und 1x Referenzlüfter

  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @500 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @650 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @900 U/min + Gehäuselüfter auf 9V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @1050 U/min + Gehäuselüfter auf 9V
  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @1300 U/min + Gehäuselüfter auf 12V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @1450 U/min + Gehäuselüfter auf 12V


Rubrik 3)
Messungen bei 4,3Ghz und 2x Referenzlüfter

  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @500 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @650 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @900 U/min + Gehäuselüfter auf 9V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @1050 U/min + Gehäuselüfter auf 9V
  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @1300 U/min + Gehäuselüfter auf 12V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @1450 U/min + Gehäuselüfter auf 12V

Rubrik 4)
Messungen bei 3,9Ghz und 1x Referenzlüfter

  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @500 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @650 U/min + Gehäuselüfter auf 6V
  • 1x Phanteks PH-F140TS für 140mm Kühlkörper @900 U/min + Gehäuselüfter auf 9V
    1x Noctua NF-F12 für 120mm Kühlkörper @1050 U/min + Gehäuselüfter auf 9V

Um die Temperaturen zu berechnen nutzen wir Prime und fixieren den Wert dabei auf 12k. Damit bleibt die Auslastung gleich und es gibt keine Schwankungen. Wenn die Maximalwerte erreicht wurden, ziehen wir die Umgebungstemperaturen ab und erhalten damit den Delta-K Wert der für unsere Endergebnisse herangezogen wird.

Beim Tests mit Doppelturmradiatoren und nur einem Referenzlüfter, platzieren wir diesen mittig zwischen den Kühltürmen.


 

 

Bei den Messungen mit 100% PWM-Ansteuerung präsentiert sich der Archon IB-E X2 erstaunlicherweise lediglich im oberen Mittelfeld. Angesichts der direkten Konkurrenzmodelle wie beispielsweise von Noctua hätten wir diesen hier etwas potenter eingestuft.

Umso weiter die Drehzahlen gedrosselt werden, desto performanter zeigt sich der IB-E X2. Bei den Messungen mit nur 20% PWM-Ansteuerung kann der Kühler reichlich Konkurrenten beeindrucken und stellt sich mit im oberen Drittel auf.


 

 

Bei den Messungen mit 1300 und 900 U/min meldet sich der Archon IB-E X2 mit unseren Referenzlüftern etwas enttäuschend im unteren Drittel zu Wort. Erst bei den Messungen mit niedrigen 500 U/min beweist er Stärke und präsentiert sich im Mittelfeld. Dabei kommt er dem Noctua NH-U14S schon sehr nahe, schafft es leider nicht diesen zu imponieren.

Insgesamt zeigt dies auch den deutlich höheren Luftdurchsatz den die Standardlüfter gegenüber unseren Referenzlüftern haben. Dies lässt sich hervorragend vergleichen, da die Umdrehungszahlen  die bei den Messungen mit den Standardlüftern angelegen haben, sehr ähnliche Werte aufweisen.


 

 

Höchst interessant wird es bei Verwendung mit nur einem Referenzlüfter. Hier beweist der Archon IB-E X2 abermals, dass er gegenüber der Konkurrenz deutlich besser mit weniger Luftdurchsatz umgehen kann. Schon bei den Messungen mit 1300 U/min spielt er wieder im Mittelfeld mit. Bei den Messungen mit 900 U/min zeigt sich leider noch nicht viel Änderung, schafft es dann bei 500 U/min sich ins obere Drittel vorzukämpfen. Hier beeindruckt der Archon IB-E X2 sogar alle bislang sehr stark vertretene Konkurrenzmodelle von  Noctua und lässt diese hinter sich.


 

 

Das diese Taktraten dem Kühler keine Schwierigkeiten bereiten, sollte aus vorangegangenen Tests mit unserem auf 4,3 Ghz übertakteten Prozessor durchaus logisch erscheinen.  Bei den Messungen mit 900 U/min schmiegt sich der Archon IB-E X2 an den Silver Arrow IB-E aus hauseigener Produktpalette und präsentiert sich damit durchaus wirkungsvoll im oberen Drittel unseres Test-Sammelsoriums.

Mit 500 U/min rutscht er sogar einen Platz weiter hoch, muss sich jedoch dem Noctua NH-U12S geschlagen geben, der sich noch zwischen die beiden IB-E Modelle gequetscht hat.


Die Messungen werden mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-100 Schallpegelmessgerätes durchgeführt. Um die Lautstärkeentwicklung durch die Gehäuselüfter nicht zu verfälschen, werden diese angehalten. Da Gehäuse je nach Seite unterschiedliche Lautstärkeentwicklungseigenschaften besitzen, werden die Messungen in 30cm Entfernung von der linken Seite mit geschlossenem Seitenteil, 30cm von der Front und 30cm vom Deckel aus getätigt. Der Durchschnitt der Messungen entspricht dem Ergebnis. Wir nehmen Messungen bei 100% PWM, 50% PWM und 20% PWM bzw. 12V, 7V und bei 5V vor, da dies die gängigsten Nutzeranwendungen sind und es auch entsprechende Adapter dafür gibt.

Die Umgebungslautstärke beträgt 32,8 dB(A) die es bei den Messungen zu berücksichtigen gilt.

 

 

Wie die Messungen es bestätigen, sind die Lüfter des Archon IB-E sehr deutlich bei 100% PWM aus dem System herauszuhören. Die wahrgenommene Lautstärke sinkt extrem bei einer Ansteuerung von 50% PWM. Dabei sind die Lüfter zwar noch leicht aus dem System zu vernehmen, wirken aber auf keinen Fall störend. Bei 20%iger PWM-Ansteuerung ist die Differenz der Lautstärkeentwicklung zur 50%igen Ansteuerung vom Empfinden schwindend gering. Insgesamt präsentieren sich die Lüfter angenehm Nebengeräuschfrei und liefen bei 20% PWM Ansteuerung mit ca. 550 U/min.


Abschließend möchten wir noch einmal auf die Vor-und Nachteile des Thermalright Archon IB-E  eingehen:

 
Negative Aspekte:

  • Lüfter laut bei 100% PWM Ansteuerung
  • Nur mittelmäßige Leistung bei voller Lüfterleistung


Positive Aspekte:

  • Leistung im niedrigen Drehzahlbereich
  • Lüfter sind frei von Nebengeräuschen
  • einheitliche Regelung der Drehzahlen beider Lüfter durch Y-Weiche
  • üppiger Lieferumfang
  • Design

 

Thermalright legt bezüglich der Optimierungen den Fokus auf höchste Kompatibilität. Hier hat der taiwanesische Hersteller alles richtig gemacht. Selbst in Midi-Towern ist der Premiumkühler nun problemlos einsetzbar. Die Grundzüge der Lamellenformen wurden trotz des neuen Stufendesigns gut übertragen, sodass der Serienursprung des Kühlers einwandfrei zuzuordnen ist. Neben qualitativ hochwertigster Verarbeitung wusste auch die gute Kühlleistung bei niedriger Lüfterlaufleistung, der üppige Lieferumfang und die bei geringen Umdrehungen nebengeräuschfreien Lüfter zu überzeugen.

Wehrmutstropfen sind die Lautstärkeentwicklung der Lüfter, die sich bei 100% PWM Ansteuerung durchaus aufdringlich präsentieren, sowie die Kühlleistung in diesem Bereich. Diese liegt zwar durchaus im soliden Mittelfeld, wir hätten hier jedoch mehr erwartet. Verbesserungsvorschläge gäbe es noch beim Montagesystem.  Hier wäre nahezu eine werkzeuglose Montage möglich.

Thermalright liefert mit dem Archon IB-E ein sehr gutes Gesamtpaket ab. Den derzeitige Straßenpreis von ca. 60,-€ halten wir in Anbetracht der hervorragenden Materialwahl, der Verarbeitung und des üppigen Lieferumfangs durchaus für angemessen. Zwar konnte der Archon leistungstechnisch im oberen Drehzahlbereich nicht 100% überzeugen, lieferte dafür aber im niedrigen Drehzahlbereich durchaus respektable Werte. Entsprechend prämieren wir den Archon IB-E mit dem Gold-Award.

 

Gold Award 2013

 

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