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Xigmatek ist unter anderem für ihre Gehäuse und Lüfter bekannt und auch ihre CPU-Kühler wie zum Beispiel der Thor's Hammer können sich sehen lassen. Mit dem Prime präsentiert der Hersteller einen neuen Towerkühler, welcher als erster Xigmatek-Kühler überhaupt auf eine Doppelbelüftung mit zwei 140-mm-Lüftern setzt. Somit stellt der Tower mit dem Kürzel SD1484 die aktuelle Speerspitze im Portfolio des taiwanesischen Produzenten mit der Entwicklungsabteilung in Deutschland dar.
Den folgenden Seiten ist zu entnehmen, wie sich der Xigmatek Prime im Vergleich zu rund zwanzig anderen Luftkühlern schlägt und ob der Verkaufspreis von ungefähr 50€ für das Kühlkonstrukt angemessen ist.
In seiner Kartonverpackung ist der Xigmatek Prime bestens geschützt, da der Kühlkörper ebenso wie der Lüfter von Schaumstoff umgeben ist. Beim Auspacken waren wir etwas verwundert, da sich in der Verpackung lediglich ein PWM-Lüfter befand. Der Prime wird allerdings mit zwei Lüftern ausgeliefert, wobei der zweite Lüfter lediglich einen 3-Pin Anschluss besitzt und in einer extra Verpackung zum Käufer gelangt.
Somit kann ein Lüfter über ein PWM-Signal der Hauptplatine gesteuert werden und der zweite Windmacher kann über die Spannung geregelt werden - entweder mit einer Lüftersteuerung oder einem Mainboard, welches 3-Pin Lüfter steuern kann. Besser hätte uns gefallen, wenn sich zwei identische PWM-Lüfter samt passendem Y-Kabel im Lieferumfang befunden hätten. Leider hat der Hersteller auf Sleeve bei den Lüfterkabeln verzichtet.
Die gegebene Kompatibilität zu Intels High-End-CPUs mit LGA-2011 Sockel ist derzeit noch eine Seltenheit. Mithilfe den vier Gummibändern lassen sich 120-mm sowie 140-mm Lüfter montieren, wobei sich Lüfter mit dem Lochabstand von 120-mm-Ventilatoren entkoppelt anbringen lassen. Falls man alternative Lüfter einsetzen möchte, muss darauf geachtet werden, dass jene keinen durchgehenden Montagesteg besitzen, da ansonsten die Gummibänder nicht montiert werden können. Die deutschsprachige Montageanleitung ist dank der guten Bebilderung vorbildlich. Die Masse des Kühlkörpers fällt mit unter 700 Gramm eher leicht aus - kein bisher getesteter Kühler für 140-mm-Lüfter ist leichter.
Auf der nächsten Seite geht es direkt mit den Impressionen weiter.
Bei unserem Testsample befindet sich leider ein großer Fingerabdruck auf der Unterseite des Kühlers, welcher sich selbst durch Reinigungsmittel nicht vollständig entfernen lässt. Die Abmessungen des Kühlers sind nicht besonders außergewöhnlich. Die Höhe des Kühlkörpers beträgt knapp 16 Zentimeter und die Dicke liegt bei gut 6 Zentimeter, sodass er etwas dicker als Slimtower vom Schlage eines Thermalright Archon (Hardwaremax-Test) oder Prolimatech Armageddon (Hardwaremax-Test) ausfällt. Dank der Breite von 142 Millimeter wird der Luftstrom von 140-mm-Lüfter sehr gut ausgenützt. Ob die Lamellen mit den Heatpipes verlötet wurden, können wir nicht mit Sicherheit sagen - Lötspuren sind jedenfalls nicht zu sehen.
Es fällt auf, dass nur zwei Heatpipes in Kontakt zu der untersten Lamelle stehen. Insgesamt ist die Qualität sehr ordentlich, ohne dabei neue Maßstäbe zu setzen, doch das wird man bei einem Kühler, welcher samt zweier Lüfter unter 50€ kostet auch nicht erwarten. Im Vergleich zum NZXT Havik 140 wirkt er etwas weniger steif, was daran liegt, dass die einzelnen Lamellen nicht miteinander verhakt wurden. Apropos Lamellen - diese sind einen halben Millimeter dick und die 46 Aluminiumfinnen halten einen Abstand von 1.9 Millimeter zueinander ein, was erfahrungsgemäß ein solider Kompromiss zwischen guten Leistungen im niedrigen und hohen Drehzahlbereich darstellt - lediglich Passiv wird man mit einem Lamellenabstand von weniger als 2 Millimeter keine Bäume ausreißen.
Auf der nächsten Seite gehen wir auf die Montage ein.
Der Kühler passt aufgrund seiner Höhe von 166 mm mitsamt den Lüftern nicht in schmale Gehäuse. In 21cm breite Gehäuse passt der Prime mit recht hoher Wahrscheinlichkeit. Wie viel Platz diverse Gehäuse für CPU-Kühler bieten, kann man unseren Gehäusetests entnehmen. Bei der Montage wird wie üblich auf eine Backplate gesetzt, welche für AMD- und Intel-Systeme verwendet werden kann. Je nach eingesetztem CPU-Hersteller steht bei dieser Backplate eine andere Seite mit dem Mainboard in Kontakt, weshalb man zwischen einer "AMD-Seite" und einer "Intel-Seite" unterscheidet.
Negativ fällt auf, dass man die Backplate an den vier Ecken mit einer Isolierung bekleben muss, sofern man den Prime auf einem AMD-Mainboard installieren möchte - auf der "Intel-Seite" ist hingegen ein Isolator angebracht. Außerdem gestaltet sich die Montage auf einem AMD-Mainboard aus einem weiteren Grund aufwändiger als bei einem Intel-Mainboard, da man aus vier Clips und acht Schrauben den AMD-Montagerahmen zusammenbauen muss. Lobenswert ist bei der AMD-Montage, dass ebenso wie auf einem Intel-Board eine beliebige Ausrichtung des Kühlkörpers ermöglicht wird.
Das Montagezubehör vermittelt einen hochwertigen Eindruck und die Montage auf einem Intel-System geht schnell vonstatten. Lediglich die Gewinde könnten teilweise etwas leichtgängiger sein. Auf unserer Testplattform mit einem Asrock P67 Pro 3 Mainboard überragt ein Lüfter den ersten RAM-Slot, sodass ein Ventilator demontiert werden muss, sofern man dort ein Modul ein- oder ausbauen möchte. Weiters darf das Modul im linken Slot in unserem Fall keinen Heatspreader besitzen, nachdem ansonsten der Heatspreader mit dem Lüfter kollidieren würde. Unsere Value-Dimms ohne Heatpreader finden problemlos unter dem Lüfter Platz.
Weiter geht es mit der Vorstellung unseres Testverfahrens.
Ausgelastet wird die CPU dabei von Prime95 mit einer fixierten FFT-Size von 12k, um eine konstante Auslastung zu erzeugen.
Auf der nächsten Seite wird auf die Geräuschentwicklung eingegangen.
Die Maximaldrehzahl der beiden Lüfter beträgt wie angegeben fast exakt 1200 U/min. Bei dieser Drehzahl sind die Lüfter sehr deutlich hörbar, erzeugen dabei aber ein eher tiefes und relativ angenehmes Strömungsgeräusch. Wie man den folgenden Audio-Files entnehmen kann, weisen die Lüfter auch bei reduzierter Drehzahl kaum Nebengeräusche auf, sodass die Standardlüfter die meisten Anwender zufrieden stellen dürften.
Hier sind die Audiofiles der CPU-Kühler bei 12V (ist jeweils das erste Audiofile) und bei reduzierter Drehzahl (ist jeweils das zweite Audiofile) mit 700 U/min (140mm Lüfter) bzw. 880 U/min (120mm Lüfter):
Mit dem Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerät haben wir folgende Werte bei 12V und bei reduzierter Drehzahl ermittelt:
Beim Schalldruck platziert sich der Towerkühler aus dem Hause Xigmatek im hinteren Mittelfeld und agiert dabei ähnlich laut wie ein Noctua NH-C14 oder ein Havik 140. In Summe liefert der Prime bei der Lautstärke und der Geräuschcharakteristik ein anständiges Ergebnis ab.
Auf den folgenden Seiten findet ihr unsere gemessenen Temperaturen.
Den Passiv-Test mit 3 GHz besteht der Xigmatek Prime nicht, denn nach rund einer Stunde erreichen die Temperaturen ein gefährliches Niveau:
Für ausreichend niedrige Temperaturen semipassiven Betrieb ist die Kühlleistung ebenfalls zu gering:
Nun zu den Ergebnissen mit der Standardbelüftung:
Sowohl auf 12V als auch bei reduzierter Drehzahl ordnet sich der Prime im Bereich eines Thermalright Archon oder NZXT Havik 140 ein und kann unseren Messungen zufolge als aktuell drittstärkster Towerkühler mit einem Kühlturm bezeichnet werden. Nachdem 4.6 GHz bei 12V keine ersthafte Herausforderung für einen Kühler dieser Leistungsklasse darstellen, erhöhten wir die Taktfrequenz auf 5 GHz und steigerten gleichzeitig die Betriebsspannung des Sandy-Bridge Prozessors:
Bei dieser extremen Übertaktung schlägt sich der Kühler ebenfalls wacker und ordnet sich mehrere Grad hinter den besten Twintowern ein, doch den kürzlich getesteten Zero Infinity Free Flow+ (Hardwaremax-Test) mit drei Lüftern hält er problemlos auf Distanz. Dies ist der erste Test, bei dem wir einem einfachen Towerkühler 5 GHz zumuten, sodass in dieser Tabelle kein Archon oder Havik 140 zu finden ist.
Weiter geht es mit den Ergebnissen mit der Referenzbelüftung.
Beim Betrieb mit der Referenzbelüftung wurde der Xigmatek mit einem bzw. zwei Prolimatech Vortex 140mm bestückt, welcher eine Rahmenbreite von 140mm aufweist und von uns mit maximal 1000 U/min betrieben wird. Somit wird ersichtlich wie gut der Kühlkörper mit der Drehzahl skaliert und ob ein zweiter Lüfter deutliche Vorteile bringt. Wie üblich verwendeten wir beim Betrieb mit der Referenzbelüftung unsere Referenz-Wärmeleitpaste Thermalright Chillfactor 3.
Bei diesen Messungen liefert sich der Prime ein Kopf an Kopf Duell mit dem Archon und Havik 140. Mal liegt der eine, mal der andere vorne. Im Vergleich zum Havik 140 profitiert der Prime bei hohen Drehzahlen etwas stärker von einem zweiten Ventilator. Deshalb erreicht der Xigmatek Prime beim Betrieb mit zwei 1000 U/min 140-mm-Lüfter den hervorragenden vierten Rang und liegt weniger als 1 Kelvin hinter dem Phanteks. Es fällt auf, dass die Abstände zwischen den einzelnen Kühlern sehr klein sind - erst bei noch extremerer Übertaktung wie zum Beispiel 5 GHz auf der vorherigen Seite steigen die Abstände deutlich an. Bei 4.6 GHz gibt es nur einen wirklich herausragenden Kühler der sich deutlich von der Konkurrenz absetzen kann und das ist der Prolimatech Genesis (Hardwaremax-Test) bei extrem niedrigen Drehzahlen.
Nun kommen wir zum abschließenden Fazit.
Abschließend fassen wir die Vor- und Nachteile des Xigmatek Prime nochmals kurz zusammen:
In Summe fällt das Fazit positiv aus doch wir fangen zuerst mit den Kritikpunkten an. Wir hätten zwei einheitliche PWM-Lüfter mit Y-Adapter gegenüber der Ausstattung mit zwei underschiedlichen Ventilatoren bevorzugt, um die Windmacher bequem regeln zu können. Auf das Lüftersleeve wurde verzichtet, doch das dürfte nur Modder stören und die Verunreinigung auf der Bodenplatte sollte zwar nicht vorkommen, tut der sehr guten Kühlleistung letztendlich aber keinen Abbruch. Die Installation für AMD-Systeme sehen wir zwiegespalten. Zum einen ist diese relativ zeitaufwendig, dafür kann man den Kühler beliebig ausrichten. Außerdem soll beachtet werden, dass je nach Mainboard Inkompatibilitäten zu hohen RAM-Heatspreadern auftreten können, was man durch eine etwas schmälere oder asymmetrische Bauweise vermeiden könnte.
Lobenswert ist die sichere Montage und das relativ geringe Gewicht für einen Kühler dieser Leistungsklasse. Außerdem ist die Verarbeitung recht gut und dank der Kompatiblität zu LGA-2011 CPUs kann man auch High-End CPUs mit dem Prime kühlen - die Performance dazu hat er. Für einen Betrieb ohne Lüfter am Kühlkörper ist der Xigmatek Prime nicht gut geeignet, doch seine Stärken liegen vor allem im Betrieb mit einer Doppelbelüftung. Letztendlich bleibt wie immer die Frage nach dem Preis. Dieser beträgt derzeit angemessene 49.90€ und momentan ist er lediglich bei Caseking erhältlich.
Zusammenfassend halten wir fest, dass Xigmatek mit dem Prime ein Towerkühler ohne große Schwächen mit einem guten Preis-Leistungs Verhältnis gelungen ist. Der Name ist Programm, denn selbst unser Intel 2500K auf 5 GHz konnte unter Prime95 problemlos gekühlt werden, was für seine sehr gute Kühlleistung spricht. Somit können wir den Xigmatek Prime besten Gewissens empfehlen.
Wir verleihen dem Xigmatek Prime den Hardwaremax-Award in Gold sowie den Preis-Leistungs-Award:


Abschließend möchten wir uns bei Caseking für die Bereitstellung des Testsamples bedanken.
Weiterführende Links:
Xigmatek Prime bei Caseking
Xigmatek Prime im Preisvergleich
Xigmatek Prime Bildergalerie
Übersicht über unsere CPU-Luftkühler-Tests
Sobald da ALU verwendet wird darf man die Liquid Pasten NIE verwenden