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Mit gerade einmal 16g und der Größe eines Speichersticks soll die Creative Sound BlasterX G1 ein ausgefeiltes Klangerlebnis liefern und mit besonderen Softwarefeatures wie Surroundsimulation und speziellen  Gamingprofilen vor allem Spieler ansprechen. Wie gut sich die kleine USB-Soundkarte samt Kopfhörerverstärker schlägt, klärt unser Test!


Verpackung und Lieferumfang

Verpackt ist die G1 in einer kleinen Verpackung die beinahe in die Hosentasche passt, denn neben der Soundkarte im USB-Stick Format befindet sich nur eine kurze Anleitung und ein Garantiezettel im Lieferumfang. Das ist nicht weiter tragisch, da die G1 keinerlei Zusätze benötigt. Wir können uns an der Stelle also direkt auf die eigentliche Hardware konzentrieren.

 

 

Technische Daten

Rauschabstand

 93 dB

D/A A/D Wandlung 

 96 kHz / 24 Bit

Eingänge

 - USB

Ausgänge

 - 3,5 mm Aus-/Eingang

Es liegt in der Natur der Sache, dass auch diese sehr unspektakulär daherkommt und nur wenig zu beschreiben ist. Wie bereits erwähnt ist die Sound BlasterX G1 gerade mal so groß wie ein durschnittlicher USB Speicherstick und sieht eben auch so aus. Das eigentliche Gehäuse ist 50 x 24 x 10 mm groß, mit dem festverbundenen und gesleevten Anschlusskabel kommt es schließlich auf 138 mm Länge. Das Gewicht liegt bei niedrigen 13 g und zeigt an dieser Stelle bereits, dass das Gehäuse der kleinen Soundkarte vollständig aus schwarzem Kunststoff gefertigt ist. Damit wirkt es haptisch nicht übermäßig wertig, zeigt sicher aber verwindungssteif und offenbart keine Verabeitungsmängel. Leider ist die Hochglanzoberfläche aber äußerst empfindlich für Kratzer und nach dem ersten Tag sahen wir bereits erste kleinere Kratzer, obwohl wir die G1 nicht übermäßig angefasst oder transportiert haben. Auf der Oberseite wurde eine kleine Blende mit Alu-Optik eingesetzt, welche jedoch primär optischen Zwecken dient, die Oberseite aber auch unempfindlicher gegen Kratzer macht. Darauf ist der Sound BlasterX Schriftzug. Das X ist dabei ausgeschnitten und darunter eine rote LED die im Betrieb leuchtet, was wir bereits von dem Creative H7 aus unserem Test kennen!

Der einzige Anschluss der Sound BlasterX G1 liegt auf der Kopfseite. Dabei handelt es sich um einen 4 poligen Klinkenstecker mit 3.5mm, also gleichzeitig Ein-/ und Ausgang für Headsets bzw. Kopfhörer und Mikrofon Kombinationen. Ein passendes Y-Kabel liegt bedauerlicherweise nicht bei.

Der USB Stecker auf der anderen Seite realisiert sowohl die Datenübertragung als auch die Stromversorgung. Die G1 begnügt sich mit den standardmäßigen 500 mA von USB Anschlüssen.

Im Inneren werkelt ein nicht benannter Chip mit einer Samplerate von 24-bit / 96kHz und 93 dB Rauschabstand. Besonders interessant ist aber der Kopfhörerverstärker mit maximal 300 Ohm, der es ermöglicht auch fordernde Kopfhörer anzutreiben. Besonders bei Notebook ist dies aufgrund schwacher Onboard Chips nicht immer möglich.

Zusammen mit der optionalen Software kümmert sich der Chip auch um die zahlreichen Klangfeatures, allem voran die 7.1 Simulation und den sogenannten X-Plus-Modus. Bei diesem werden in Spielen bestimmte Frequenzen betont, die der Ortung dienen (beispielsweise Schritte) und andere weniger relevante Frequenzen abgesenkt. Für die Spiele Battlefield 4, Counterstrike GO, Overwatch und Call of Duty gibt es vordefinierte Profile die dementsprechend gut funktionieren. Für andere Spiele bleibt ein allgemeines Profil, wobei man auf die Fähigkeiten des Algorithmus vertrauen muss. Die Einstellungen des X-Plus-Modus werden entgegen der restlichen Software-features direkt in der Hardware gespeichert, sind also auch auf anderen Systemen ohne weitere Konfiguration verfügbar.

Ansonsten ist die Software mit denen des H7 und der G5 identisch, anders als bei der G5 kann die G1 jedoch keine Softwareeinstellungen in der Hardware speichern, ausgenommen der eben erwähnten X-Plus-Modi.

 

Es gibt mehrere vordefinierte Profile, Equalizer und Simulationsmöglichkeiten. Die Profile überschneiden sich teilweise mit dem X-Plus-Konfigurator. Um klangliche Unstimmigkeiten zu vermeiden, sollte man sich daher am besten auf eine Variante festlegen. Möchte man lediglich unverfälschten Stereoklang genießen, ist die Software auch komplett optional.


Zunächst haben wir uns mit der unverfälschten Klangqualität, also bei Verzicht auf sämtliche Features, beschäftigt.

Das Klangbild der kleinen Sound BlasterX G1 gefiel uns auf anhieb und liegt subjetiv auf dem Niveau von guten Onboard-Karten auf Basis des ALC1150. Vor allem Notebooks mit schwachem Sound-Chip lassen sich einfach und recht günstig aufwerten. Besonder gefiel uns der runde, voluminöse Klang und das zu keiner Zeit der Eindruck entstand, dass der kleinen Karte die Puste ausgehen könnte. Ein Aufwertung gegenüber dem Onboard-Chip (Rampage V) konnten wir nicht feststellen, doch das ist auch nicht der primäre Zweck der G1.

 

X-Plus Modi

In den speziellen Profilen funktioniert der X-Plus-Modus beinahe atemberaubend gut. Bei CS:GO konnten wir einen klare Verbesserung bzgl. der Ortbarkeit ausmachen und hatten einen eindeutigen Vorteil in Onlinematches. Insbesondere die Geräusche von Schritten kamen besser und früher zu Geltung. Auch bei Battlefield 4 funktioniert X-Plus gut, jedoch ist die Soundkulisse hier um einiges komplexer. Dies hat zur Folge, dass zwar die Differenzierung von Schritten und Schüssen gut funktioniert, alles im allem wirkt das Klangbild jedoch nicht mehr so rund und harmonisch.

Ähnliches konnten wir in anderen Spielenbeobachten die einen Umfangreichen, komplexen Klang und Hintergrundmusik bieten. So gelingt es X-Plus zwar meistens immer gewisse Frequenzen in den Mitten zu betonen, doch teilweise wirkt es befremdlich und einige Geräusche geraten beinahe fehlerhaft in der Hintergrund. Rollenspiele wie "The Witcher 3" oder "Assasins Creed" gefallen uns unverfälscht deutlich besser.

RightMark Audio Analyzer

Zu dem subjektiven Klangeindruck ergänzen wir nach dem Probehören unsere Eindrücke mit objektiven Messungen mithilfe des RightMark Audio Analyzers. Gemessen wird bei 192 kHz/24 Bit. Die Lautstärke wird, um alle Geräte mit gleichen Vorrausetzungen zu testen, auf 100% gesetzt und der Line-In Ausgang so eingestellt, dass das Testsignal die geforderter Lautstärke von -1dB (Tolleranz +- 1dB) erreicht.

Creative Sound BlasterX G1

Creative Sound BlasterX G5

Creative Sound Blaster ZxR

Wie schon bei der G5 mussten wir bei der G1 die Lautstärke etwas absenken, da es sonst zu Verzerrungen im Rightmark Analyzer gab. Diese scheinen subjektiv aber nur in Messprogramm auszufallen und sind nicht hörbar. Überraschend ist, das die kleine G1 den großen Bruder teilweise übertrifft und unterm Strich ein sehr gutes Ergebnis in dem syntethischen Test erreicht. An die Leistung unser Referenzkarte ZxR kommt die G1 natürlich nicht heran, das war aber auch weder zu erwarten noch gefordert! Zu Vergleichszwecken listen wir aber auch dessen Ergebnis mit auf.


Die kleine Creative SoundBlasterX G1 stellt eine unkomplizierte und qualitativ gute Lösung dar, um vor allem mobile Endgeräte soundtechnisch deutlich und einfach aufzurüsten. Für ausgewachsene PCs ist sie allerdings weniger interessant, da spätestens seit der letzten Mainboard Generation zunehmend ordentliche Onboard Lösungen verbaut und und auch Kopfhörerverstärker mit 300 oder gar 600 Ohm finden immer häufiger den Weg auf die Hautplatinen und machen den kleinen Verstärker in der G1 obsolet. Für diese Systeme liefert die G1 somit keinen wirklichen Kaufgrund. Die exklusiven Softwarefeatures sind, mit Ausnahmen, eher eine Spielerei denn ein großer Vorteil.

Doch bei dem ihr zugedachten Einsatzzweck leistet die G1 sehr gute Arbeit. Die Ausgabequalität ist subjektiv und auch bei den RMAA-Messungen auf einem ordentlichen Nivau und dank des potenten Verstärkers können auch an antriebsschwachen Systemen HiFI-Kopfhörer genutzt werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die große Portabilität und Kompatiblität zu PC,Mac und sogar der Playstation 4.

Aufgrund der ordentlichen Leistung, aber der (sinnvollen) Beschränkung auf Notebooks und Konsolen vergeben wir den Silber-Award. Der Preis ist mit 45€ in Ordnung, aber kein P/L-Hit.

Abschließend wollen wir uns beiCreative für die Bereitstellung der Samples bedanken.

weiterführende Links:

Preisvergleich Sound BlasterX G1
Herstellerlink Sound BlasterX G1

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