Gehäuse
deenfr

Enthoo PRO--sliderNachdem dem Hersteller Phanteks mit dem Enthoo Primo ein hervorragender Einstieg in das Gehäusesegment gelungen ist, gesellen sich das Phanteks Enthoo Luxe und das Enthoo Pro als Serienerweiterung zu dem High-End-Modell Primo, um eine möglichst breite Masse ansprechen zu können. Das Enthoo Pro stellt dabei das kleinste Modell der Serie dar.  Ob das Pro auch das Zeug zu einer bedingungslosen Kaufempfehlung hat, klären wir auf den folgenden Seiten unseres Tests.


Technische Details Phanteks Enthoo Pro
 Gehäuse-Typ  Full Tower
 Maße  235 x 535 x 550 mm (B x H x T)
 Material  Stahl, Kunststoff
 Farbe  schwarz
 Gewicht  Ca. 11,4 kg
 Formfaktor  E-ATX, ATX, mATX, SSI EEB
 Einschübe 5,25" (extern)  3 x
3,5" (extern)  -
3,5" (intern)  6 x
2,5" (intern)  7 x (6 x anstelle von 3,5")
 Erweiterungs-Slots  8 x
 Maximale CPU-Kühler Einbauhöhe  193 mm
 Maximale Grafikkartenlänge  347 mm (472 mm)
 I/O-Panel  2 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, Mikro- und Kopfhöreranschluss
 Fenster  ja
 Dämmung  -
 Lüfter-Steuerung  ja - PWM gesteuerte Platine für 6 Lüfter
 Wasserkühlungskompatibel intern  ja
extern  -
 Derzeitiger Straßenpreis  Ab ca. 96,-€


Zwar muss Phanteks bedingt durch die geringeren Maße ein paar Abstriche bei der Größe der Radiatoren machen, dennoch gelingt es dem Hersteller eine hohe Aufnahmemöglichkeit an Radiatorfläche dem Gehäuse zu spendieren.

Radiatorkompatibilität Phanteks Enthoo Pro
Position Größe Dicke Lüfter-Bestückung
Front 240 mm 86 mm beidseitig
Heck 120/140 mm  38/38 mm  einseitig
Oberseite  240/280/360/420 mm  45 mm  einseitig
Boden  240/140 mm  60 mm  einseitig
Seitenteil links  -  -  -
Seitenteil rechts  -  -  -
Es gelten hier die maximalen Möglichkeiten an der jeweiligen Position. Radiatorkombinationen müssen dahingehend selbst überprüft werden.

 

Einsatzmöglichkeit von bis zu drei Radiatoren gleichzeitig ist garantiert. Mit Verzicht auf ein oder beide HDD-Käfigmodule können bis zu vier Radiatoren gleichzeitig betrieben werden.

Belüftungsmöglichkeiten Phanteks Enthoo Pro
Position Anzahl Größe Staubfilter
Front Vorinstalliert  1 200 mm ja
Möglich  2/2/1  120/140/200 mm  ja
Heck Vorinstalliert  1  140 mm  -
Möglich  1/1  120/140 mm  -
Oberseite Vorinstalliert  -  -  ja
Möglich  3/3/1  120/140/200 mm  ja
Boden Vorinstalliert  -  -  ja
Möglich  2/1  120/140 mm  ja
Seitenteil links Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  -  -  -
Seitenteil rechts Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  -  -  -
HDD-Käfig Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  2  120 mm  -

 

Phanteks bietet im Enthoo Pro eine Aufnahmemöglichkeit für ganze zehn Lüfter. Werksseitig wurde das Gehäuse bereits mit einem 200mm-Lüfter in der Front und einem 140mm-Lüfter im Heck ausgestattet.


Entgegen der vom Enthoo Primo mit Hochglanz beschichteten Kartonage konzentriert sich Phanteks beim Design lieber nur auf die inneren Werte. So erreicht das Gehäuse den Kunden in einem naturfarbenen Karton, dessen schwarzer Aufdruck alle wissenswerten Informationen über das beinhaltete Produkt preis gibt. Das Gehäuse finden wir, wie gewohnt, eingetütet und ummantelt von zwei Schaumstoffschalen vor, die für den nötigen Transportschutz zuständig sind.

Das Zubehör wird in einer Kartonbox aufbewahrt, welche am HDD-Käfig fixiert wurde. Diese beinhaltet alle passend zum Gehäuse schwarz gehaltenen Schrauben nach Art sortiert, zehn Kabelbinder, zwei Klett-Kabelbinder, eine sehr ausführlichen multilingualen Bedienungsanleitung in Hochglanz sowie ein Bracket für einen Ausgleichsbehälter.

In seiner Gesamterscheinung präsentiert sich das schwarz gehaltene Enthoo Pro mit den Maßen von 235 x 535 x 550 mm (B x H x T) nicht so extravagant wie der große Bruder Primo, sondern eher schlicht und elegant. Das Gehäuse ist mit und ohne Fenster erhältlich. Die von uns getestete Fensterversion bringt relativ hohe 11,4 Kg auf die Waage. Die Version ohne Fenster legt weitere 0,5 Kg oben drauf. Die Verarbeitungsqualität zeigt sich auf gewohnt hohem Niveau. Die Spaltmaße sind sehr gering, ordentlich verarbeitet und passgenau. Ein erster Stabilitätstest erwies sich als sehr positiv. Entsprechend zeigte sich das Gehäuse sehr verwindungssteif und ließ die Spaltmaße nicht aus der Form geraten. Die Metalloberflächen sind äußerlich einwandfrei lackiert. Die Kunststoffoberflächen wurden leicht geschliffen und erlangen dadurch ein äußerst elegantes Design, das den Nerv der Zeit trifft.

Zwar besticht die linke Seitentür weiterhin mit dem typisch getönten Fensterdesign, jedoch hat sich äußerlich einiges getan. Es wurde auf den L-förmigen Sockel, der Laufwerkstür und auf die Lüfterblende in der Front, sowie auf die Beleuchtungsoptionen verzichtet. Rein von der Front steuert das Pro in Richtung eines Designs, wie man es vom Fractal Design Arc XL her kennt. Hier sind die Abstufungen des Blendrahmens jedoch kantig mit Vertiefungen gestaltet. In den Vertiefungen im Bereich des Mesh der Front, zeigen sich Luftlöcher, die die Frischluftzufuhr verbessern. Das I/O Panel befindet sich nicht mehr an der Seite des Deckels, sondern wird hinter der oberen Laufwerksblende versteckt, die sich nach oben aufklappen lässt. Das Panel besteht aus zwei USB 3.0 und zwei USB 2.0 Ports, einem Audio Ein- und Ausgang, sowie dem Resetbutton, der groß genug ist um ihn mit dem bloßen Finger betätigen zu können. Drei weitere Laufwerksblenden bieten eine Aufnahmemöglichkeit für je einem externen 5,25“  Laufwerk. Im unteren Bereich zeigt sich hinter dem leicht nach innen versetzten Mesh-Gitter ein Staubfilter, sowie ein 200mm-Lüfter mit weißen Rotorblättern. Ein Drucksystem, wie man es vom Primo kennt, ist hier nicht vorzufinden. Die rechte Seitentür wurde komplett clean gestalten. Der Deckel verfügt über einen großdimensionierten Ausschnitt mit Mesh-Gitter, wodurch sich ein Staubfilter erkennen lässt. Von der Größenordnung her weist das Mesh auf eine Aufnahmemöglichkeit von drei 140mm-Lüftern hin. Druckverschlüsse gibt es hier eben so wenig wie in der Front. Im Vorderbereich des Deckels wurde der Power-Button gut erreichbar positioniert. Dessen Rahmen leuchtet im Betrieb dauerhaft weiß und blinkt im Standby-Modus. Unter dem kleinen Loch, oberhalb des Power-Buttons, ist die HDD-LED positioniert, welche bei Festplattenaktivität ebenfalls weiß leuchtet. Während die Seitenteile aus Metall bestehen, greift Phanteks bei der Frontverkleidung und beim Deckel auf Kunststoff zurück.

Selbstverständlich ähnelt das Heck dem des Primos. Entsprechend der Maßreduktion findet man jedoch nur noch einen Ausschnitt für ein Netzteil in Liegeposition am Boden vor. Der Platz hinter dem Tray scheint auch geringer auszufallen, denn das beim Primo vorhandene Gitter fällt hier weg. Die acht Slotblenden zeigen, dass auch für das Pro eine Aufnahmemöglichkeit von Mainboards im E-ATX-Format garantiert ist. Neben den Slots befindet sich ein Gitter in Wabenform mit einer Bohrung und Schlitzen zur Montage eines Ausgleichsbehälters, der in der Höhe frei positionierbar ist. Neben dem Ausschnitt für das I/O-Shield befindet sich ein längliches Lüftergitter in Wabenform, welches ebenso mit Schlitzen ausgestattet wurde und die Montage von 140mm-Lüftern sowie 120mm-Lüftern erlauben, welche in der Höhe frei positionierbar sind. Hinter dem Gitter erkennt man einen ab Werk vorinstallierten 140mm-Lüfter aus eigenem Hause. Interessant ist, dass der Der Deckel des Bodys verschraubt ist, was neugierig darauf macht wie es diesbezüglich unter den Verkleidungen ausschaut. Auch bei diesem Modell greift der Hersteller zur Befestigung der Seitenwände auf Rändelschrauben zurück, die mit Gummiunterlegscheiben aufwarten dürfen. Kleine Details wie diese wissen zu begeistern.

Der Boden zeigt zwei Streben aus Kunststoff, die je mit drei Standbeinen aufwarten. Diese sind mit Gummierungen ausgestattet, um die Übertragung von Vibrationen an den Untergrund bestmöglich zu reduzieren. Um Kosten zu sparen verzichtet Phanteks auf das Schubladensystem mit Drucktechnik. Hier findet man ein gewöhnliches Schiebesystem der Staubfilter wieder. Der für das Netzteil zuständige Staubfilter lässt sich einfach durch einen Griff nach hinten herausziehen und lässt sich ebenso bequem nach der Reinigung wieder einsetzen. Der für die Lüftergitter zuständige Staubfilter im Vorderbereich des Bodens lässt sich nach vorne herausziehen. Damit der Staubfilter als dieser im Stand nicht gleich ersichtlich ist, wurde der Frontgriff der Optik des Rahmens angepasst. Bohrungen und Schlitze zeigen Aufnahmemöglichkeiten für zwei 120mm-Lüfter oder einem 140mm-Lüfter. Schrauben im HDD-Käfig-Bereich deuten darauf hin, dass sich Bauteile demontieren lassen . Desweiteren fällt auf der Unterseite der Frontverkleidung eine Mulde auf, die als Griff dient.


Der Designübertrag vom Primo auf das kleinere Pro ist hervorragend gelungen. Die markanteste Änderung ist die Abdeckung des Netzteils, die entsprechend der neuen Positionierung des Netzteils nun flach angeordnet wurde. Durch das geringere Platzangebot wurde außerdem auf ein vorinstalliertes Bracket zur Montage von Ausgleichsbehältern verzichtet. Um den Einsatz eines 200mm-Lüfters in der Front zu ermöglichen, musste ein kleiner Teil der HDD-Käfig-Blende weichen.

Die Fenster sind in gleicher Manier am Seitenteil festgeklemmt, wie man es vom großen Bruder her kennt. Das Plättchen, welches man durch das kleinere Fenster begutachten kann, fällt eine wenig kleiner aus und wird entsprechend nur noch mit zwei Hutmuttern bestückt. Die Seitenteile zeigen sich angenehm verwindungssteif. Etwas getrübt wurde die Begeisterung beim Anblick der Lackierung. Insbesondere bei den Seitenteilen fällt auf, dass der Hersteller in den Winkeln auf der Innenseite mit Qualitätseinbußen zu kämpfen hat.  Im Inneren des Gehäuses konnten Makel dieser Art nur an zwei Stellen geortet werden. Auffällig sind diese glücklicherweise nicht. Angenehm überraschen konnte ein weiterer Stabilitätstest ohne Seitenteile. Hier präsentierte sich das Gehäuse ordentlich verwindungssteif und zeigt sich durchaus für schwere Wasserkühlkomponenten geeignet.

Die Abdeckung für das Netzteil ist von der Länge her großzügig gestalten und beschert dem Gehäuse einen sehr aufgeräumten Innenraum. Dies ermöglicht zusätzlich, dass nicht benötigte Kabel einfach darin versteckt werden können. Entsprechend wird das Arbeiten hinter dem Tray ebenfalls erleichtert. Um das Netzteil darin positionieren zu können, müssen lediglich drei Rändelschrauben auf der Tray-Rückseite gelöst werden. Indem die Abdeckung zur offenen Seitenwand geschoben wird, löst sich diese von den am Boden befindlichen gummierten Arretierungen. Ist die Abdeckung entfernt, zeigt sich eine große gummierte Kabeldurchführung. Hier wurde mitgedacht, denn der Boden bietet nicht nur eine Aufnahmemöglichkeit für Lüfter, sondern auch für Radiatoren mit einer Größe bis zu 240mm. Wird im Boden ein Radiator genutzt, so ist ein Betrieb ohne Abdeckung unumgänglich und gibt freien Blick auf die Kabeldurchführung. Das Netzteil darf auf vier beziehungsweise sechs gummierten Podesten Platz nehmen, um die Vibrationsübertragung vom Netzteil bestmöglich zu verringern. Der Netzteilausschnitt am Heck wartet mit einem Schaumstoffrahmen auf, was sehr zu belobigen ist. An den HDD-Käfig-Modulen befinden sich Bohrungen, die pro Modul einen 120mm-Lüfter aufnehmen können. Sowohl an den Streben, als auch an der HDD und Laufwerksblende sind nahezu alle Verbindungen verschraubt, nicht vernietet. Die drei Schnellspannvorrichtungen ermöglichen durch Drücken auf die Push-Taste einfachste Montage von externen 5,25“ Laufwerken. Alle Kabeldurchführungen sind sehr sinnvoll positioniert, dimensioniert und mit Gummimanschetten ausgestattet.  Die große Aussparung am Tray ermöglicht eine einfache Kühlermontage bei allen Systemen die eine Backplate verwenden. Die Distanzhalter zur Montage eines Mainboards im ATX-Formfaktor sind bereits vorinstalliert. Pixelbeschleuniger oder anderweitige Erweiterungskarten können durch Rändelschrauben schnell und einfach ihren Platz einnehmen.

Der Deckel zeigt Aufnahmemöglichkeiten für drei 120mm-Lüfter oder drei 140mm-Lüfter beziehungsweise Radiatoren mit einer Größe von 360mm oder 420mm. Alternativ lässt sich auch ein 200mm-Lüfter hier platzieren. Die Schlitze erlauben eine freie Positionswahl der verbauten Komponenten im Deckel. Auch wenn das Pro nicht über ein vorinstalliertes Reservoir-Bracket verfügt, so wurde dieses Feature nicht vernachlässigt. Die Streben, die das Tray und die Käfigblende verbinden, verfügt über Bohrungen, an der das im Lieferumfang enthaltene Reservoir-Bracket montiert werden kann. Einen Montageplatz für Pumpen sieht Phanteks jedoch nicht direkt vor. Die universelle Montageplattform ist aber optional erwerblich.

Greift man in die Mulde unterhalb der Frontabdeckung, lässt diese sich durch eine Zugbewegung leicht demontieren. Hier zeigt sich der Staubfilter, der durch ein Klemmsystem auf der Innenseite der Abdeckung gehalten wird. Durch die Demontage der Frontabdeckung gelangt man an den von innen am Body vormontierten 200mm-Lüfter. Optional lassen sich hier auch zwei 120mm- oder zwei 140mm-Lüfter verbauen. Der 200mm-Lüfter arbeitet im Betrieb mit ca. 850 U/min und schafft 110,1 CFM. Die Lautstärkeentwicklung wird mit 25 dB(A) angegeben. Der im Heck verbaute 140mm-Lüfter arbeitet mit 1200 U/min und schafft 82,1 CFM Luft zu fördern. Dessen Lautstärkeentwicklung wird mit 19 dB(A) angegeben. Kann der Nutzer auf beide HDD-Käfig-Module verzichten, wird zudem noch Platz für Radiatoren mit 240mm oder 280mm Größe in der Front geboten. Um Lüfter oder Radiatoren im Deckel montieren zu können, muss zunächst erst mal die Deckelabdeckung entfernt werden. Erst nach der Demontage der Frontverkleidung zeigt sich oberhalb des I/O Panels Freiraum, um die Deckelverkleidung problemlos abziehen zu können. Das Entfernen funktioniert ebenso einfach wie die Demontage der Front. Ist der Deckel entfernt, wird die Platine für den Power-Button ersichtlich. Dieser funktioniert über einen Drucktaster. Man braucht also keine Angst haben, irgendwelche Kabel abreißen zu können, wenn man den Deckel entfernt. Auf der Platine neben dem Drucktaster befinden sich die zwei LEDs, die den Rahmen des Buttons beleuchten. Darüber befindet sich die HDD-LED. Bei der Front stellen wir fest, dass lediglich der Boden mit der Front vernietet ist. Ansonsten können wir nur Schrauben entdecken. Insgesamt lassen sich der Bodydeckel, der Laufwerkskäfig und die HDD-/Laufwerksblende deinstallieren, was insbesondere für Modder von Interesse sein dürfte.

Die Rückseite zeigt sich ähnlich beeindruckend wie die desEnthoo Primo. Für die Preisklasse hätten wir mehr Abstriche erwartet. Acht bereits vorinstallierte Klett-Kabelbinder erleichtern kontinuierliches Arbeiten hinter dem Tray. Zwei weitere liegen dem Lieferumfang bei. Auch auf die PWM-Platine, zur gleichmäßigen Regelung der Lüfter, ist vorhanden. Größenbedingt wurden lediglich die Anschlussmöglichkeiten von elf auf sechs Lüfter reduziert. Sollte die Stromversorgung des Mainboards nicht stark genug sein, wird ein SATA-Stecker zum Anschluss ans Netzteil auch bei diesem Modell zur Verfügung gestellt. Die Öse unterhalb der Platine verfügt über Bohrungen, die ein Umpositionieren der Platine erlauben. Ein SSD Bracket hinter dem Tray erlaubt eine Aufnahme einer SSD. Das Bracket lässt sich alternativ auch im Bereich des Netzteils installieren. Optional könnte der Nutzer auch ein weiteres SSD-Bracket erwerben und im unteren Bereich zusätzlich montieren. Bei den Festplattenkäfigen setzt Phanteks auf zwei Festplattenmodule, die gesamt sechs Laufwerksschienen aufnehmen können. Jede Laufwerksschiene ist mit Schnellspannvorrichtungen ausgestattet und bietet Platz für eine 3,5“ Festplatte, welche durch Gummiringe entkoppelt werden. Eine Anleitung zur Nutzung des Schnellspannsystems mit Flügeln findet man auf den Festplattenschienen. Alternativ können aber auch 2,5“ SSDs auf den Laufwerksschienen anstatt der Festplatten verschraubt werden.


Die Montage unseres Testsystems verlief denkbar einfach und stellte dank des üppigen Platzangebotes keinerlei Herausforderung dar. Hinter dem Mainboard-Tray sind gute 27mm Platz für Kabelmanagement, welches mit dem Klettsystem zudem noch deutlich vereinfacht wird.  Im Netzteilbereich stehen dem Nutzer sogar ganze 39mm zur Verfügung. Das Gehäuse bietet Platz für Luftkühler bis zu 193mm Bauhöhe. So stehen der Wahl des Wunschkühlers keine Grenzen im Weg. Pixelbeschleuniger dürfen mit montiertem Festplattenkäfig 347mm lang sein. Mit entferntem Käfig werden ganze 472mm zur Verfügung gestellt. Wird ein Lüfter oder gar das Bracket samt Ausgleichsbehälter installiert, reduziert sich das Platzangebot entsprechend. Bei einer 50er Röhre mit normaler Halterung gehen da schon gerne mal 70mm oder mehr vom Platzangebot ab, was entsprechend zu kontrollieren gilt. Die 277mm Platzangebot reichen in der Regel für normale High-End Karten im Referenzdesign definitiv aus.

Bei Nutzung von Radiatoren im Deckel, kann dieser je nach Dicke des Radiators den oberen Laufwerksplatz in Anspruch nehmen. Phanteks´ Angaben in der Bedienungsanleitung sind extrem umfangreich. Darunter findet man auch die Angabe der Distanz zwischen Deckel und Mainboard. Der Hersteller gibt gute 65mm an. Bis zu unserem EATX Mainboard messen wir 62mm, die überschritten werden können, insofern Bauteile des Mainboards in Höhe von 45mm kein Hindernis darstellen.  Zur Montage eines Radiators in der Front muss man leider komplett auf die Festplattenmodule verzichten. Wird ein größerer Radiator im Boden eingesetzt, muss zumindest nur auf ein Festplattenmodul verzichtet werden. Bei der Lackierung gibt es etwas Optimierungsbedarf. Mängel in Kanten konnten wir hauptsächlich an den Innenseiten der Seitenwände feststellen, jedoch auch am Festplattenkäfig wo sich u-förmige Kantungen befinden. Auffällig sind die Makel jedoch nur an den Seitenwänden.


Testsystem

Mainboard Asrock X79 Extreme 6 
Prozessor Intel Ivy Bridge E i7-4820K
CPU-Kühler Noctua NH-U12S
Wärmeleitpaste Prolimatech PK3
Arbeitsspeicher
4 x 2GB Mushkin Essentials
Grafikkarte Sapphire HD7770 GHz Edition
Soundkarte Realtek onBoard
Datenträger
50GB OCZ Vertex,
Samsung 200GB HDD
Gehäuse NZXT H630
Netzteil Seasonic X650
Lüftersteuerung Aquaero 5 XT

 

 

Mainboard: Das von Asrock stammende X79 Mainboard steht für Zuverlässigkeit und Stabilität, also genau das Richtige um langfristig vernünftige Gehäusetests zu schreiben.

Prozessor: Intels Ivy-Bridge E 4820K stellt Intels aktuellsten und kleinsten High-End Prozessor für Übertakter dar. Mit dem offenen Multiplikator lassen sich problemlos Taktraten weit außerhalb der Spezifikationen erreichen. Bei unseren Tests wird die CPU auf 4,3 GHZ übertaktet und dabei mit 1,26 Volt angesteuert. Im Gegensatz zu unserem Vorgänger, lassen sich dank der höheren Abwärme deutlich größere Differenzen bei Gehäusetests erreichen. So gestalten sich unsere Tests durch noch aussagekräftiger als zuvor.

Prozessorkühler: Um größtmögliche Vergleichswerte gewährleistet zu können, setzen wir hier auf den Noctua NH-U12S, der mit seinen 158mm Bauhöhe in so ziehmlich jedes Gehäuse passen sollte.

Wärmeleitpaste: Es kommt immer öfters vor das es bei Wärmeleitpasten unterschiedliche Chargen gibt. Damit wir auch bei der Wärmeleitpaste keine Schwankungen befürchten müssen, greifen wir auf eine 30 gr. Tube Prolimatech PK3 zurück.

Arbeitsspeicher: Hier greifen wir auf Mushkin Essentials im QuadPack zurück. Dieser lässt sich massiv übertakten und kommt mit einer Höhe von nur 3cm daher.

Grafikkarte: Mit der Sapphire HD7770 GHz Edition setzen wir auf eine aktuelle von Hause aus übertaktete Mainstreamkarte. Diese verbraucht zwar deutlich weniger als aktuelle High-End Pixelbeschleuniger, gibt unter Furmarkbelastung auf Grund des kleinen Stockkühlers auch so genug Wärme ab.

Datenträger: Um eine realitätsgetreue Wärmequelle hinzuzufügen, setzen wir auf eine Samsung 200GB HDD, da neben dem Gebrauch einer SSD i.d.R sich ein Datensilo im System befindet.

Netzteil: Mit dem Seasonic x650 greifen wir auf ein Netzteil zurück welches unser Testsystem zuverlässig mit Strom versorgt. Dieses stellt aber auch durch den dickeren Kabelstrang und den leicht störrigen Kabeln eine durchschnittliche Verlegeeigenschaft hinter dem Mainboardtray dar.

Überwachung: Die Auslesung aller Temperaturen findet mit der aktuellsten Version des Programms Aida64 statt, da dieses sich als zuverlässigste Software etablierte.

Ablauf und Messungen:

Bei den Temperaturmessungen wurde das System gleichzeitig mit Prime95 und Furmark ausgelastet, um sowohl der CPU als auch der Grafikkarte alles abzuverlangen, sodass sich die Leistungsaufnahme bei 280W einpendelte. Insbesondere bei hohen Verlustleistungen spielt die Belüftung des Gehäuses eine große Herausforderung dar, die Abwärme schnell abzuführen um ein Aufheizen des Gehäuses zu vermeiden. Die Lüfter sowie der CPU-Lüfter wurden mit voller Drehzahl betrieben.


Das Phanteks Enthoo Pro zeigt im Bereich der CPU-Kühlung durchaus positive Werte, mit denen sogar das Fractal Core 3300 beeindruckt werden konnte. Damit platziert sich das Enthoo Pro auf dem 2. Platz, direkt hinter seinem großen Bruder. Wie vom 200mm-Lüfter zu erwarten war, sorgt dieser für enormen Durchsatz und kühlt die Grafikkarte hervorragend. Mit einem Delta von 42,7K platziert sich das Pro auf dem 1. Platz und lässt sogar seinen großen Bruder hinter sich.


Da wir einen neues S2011 Testsystem sowie eine neue Grafikkarte nutzen, ist ein direkter Vergleich mit alten Tests leider nicht möglich.

Hier ein Überblick mit Messungen unseres alten Testsystems

 


Da wir erst seit kurzem wieder über ein dB(A) Testgerät verfügen, möchten wir euch die größere Testumfangsmöglichkeit natürlich nicht vorenthalten. Da sich unsere Testhardware sowie dessen Umgebung geändert haben, ist abgesehen von der differenzierten Methodik, ein direkter Vergleich zu älteren Tests nicht möglich. Entsprechend bilden die Messungen des aktuellen Gehäuses zusammen mit dem Corsair Carbide 330R die Grundlage für weiterführende Tests.

Die Messungen werden mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-100 Schallpegelmessgerätes durchgeführt. Die Gehäuselüfter sowie der Lüfter des CPU-Kühlers werden jeweils mit 12V angesteuert. Bei Gehäusen mit Lüftersteuerung werden zusätzlich Messungen bei 7V Ansteuerung vorgenommen. Bei Gehäusen ohne Lüftersteuerung nehmen wir davon Abstand, da diese von Hause aus die Leistung unterstützen.  Gehäuse besitzen je nach Seite unterschiedliche Lautstärkeentwicklungseigenschaften, weswegen die Messungen in 30cm Entfernung von der linken Seite mit geschlossenem Seitenteil, 30cm von der Front und 30cm vom Deckel aus getätigt werden. Der Durchschnitt der Messungen entspricht dem Ergebnis.

Die Umgebungslautstärke beträgt 32,8 dB(A) die es bei den Messungen zu berücksichtigen gilt.

Während der 140mm-Lüfter noch erträglich arbeitet, zeigt sich das 200mm-Modell bereits störend. Leichtes Lagerschleifen konnte schon bei einem 12V Betrieb vernommen werden. Für einen angenehmen Arbeitsbetrieb empfehlen wir definitiv die Lüfter zu drosseln, oder den Frontlüfter gegen ein oder mehrere silenttaugliche Modelle auszutauschen.



Abschließend möchten wir nochmal den Test Revue passieren lassen sowie auf die Vor- und Nachteile des Phanteks Enthoo Pro eingehen.


Negativ:

  • Lauter 200mm-Lüfter
  • Lackierung im Innenraum an U-Profilen

 


Positiv:

  • Verarbeitung und Stabilität
  • Hervorragende Temperaturen
  • Hohe Kompatibilität für Radiatoren
  • Sehr durchdachte und sinnvoll umgesetzte Innenraumgestaltung
  • Elegantes Erscheinungsbild mit verdeckten Laufwerksblenden und Netzteil
  • PWM gesteuerte Platine zur Steuerung von bis zu 6 Lüftern
  • Hervorragendes Kabelmanagement
  • Modularität von Festplattenkäfigen
  • Staubfilter an allen Lufteinlässen
  • Für Modder sehr empfehlenswert, da überwiegend alles verschraubt ist

 

 

Das Phanteks Enthoo Pro besticht äußerlich durch ein schlichtes, elegantes Design. Dessen Potential wird erst bei genauer Betrachtung ersichtlich und überraschte durchaus positiv. Mit einem Preis von knappen 96,-€ hätten wir deutlich mehr Abstriche gegenüber den großen Bruder Primo erwartet. Neben einer hervorragenden Verarbeitung, Stabilität und Kabelmanagement, besticht das Enthoo Pro durch eine sehr durchdachte Innenraumgestaltung und glänzt mit hervorragenden Temperaturen. Durch die Netzteilabdeckung und gut positionierten Kabeldurchführungen wird spielend ein sehr aufgeräumter Innenraum gezaubert, der die Hardware hervorragend präsentiert. Doch nicht nur die Hardwarepräsentation an sich ist für Modder interessant, denn für Spezialisten in diesem Bereich dürfte es von großem Interesse sein, dass Phanteks bei der Montage des Gehäuses überwiegend Schrauben anstatt Nieten verwendet. Der Einsatz von High-End-Hardware und einer ausgewachsenen Wasserkühlung steht aufgrund des üppigen Platzangebotes und hoher Radiatorkompatibilität nichts im Wege.  Ein beiliegendes Bracket zur Installation eines Ausgleichbehälters setzt dem ein i-Tüpfelchen auf. Zur Steuerung von bis zu sechs Lüftern verbaut Phanteks sogar in diesem Modell eine PWM-Platine. Alle Lufteinlässe verfügen über Staubfilter. Die Liste der positiven Eigenschaften ist enorm lang, wenn man detailliert darauf eingeht. Deshalb beschränken wir uns hier auf die Wichtigsten.

Etwas getrübt wurde die Begeisterung beim Anblick der Lackierung. Insbesondere bei den Seitenteilen fällt auf, dass der Hersteller in den Winkeln mit Qualitätseinbußen zu kämpfen hat.  Im Inneren des Gehäuses konnten Makel dieser Art nur an zwei Stellen bei U-Profilen geortet werden. Auffällig sind diese glücklicherweise nicht. Zwar konnten die werksseitigen Belüftungsoptionen durchaus beeindrucken, zeigten bei der Lautstärkeentwicklung einen verbesserungswürdigen Pegel.

Phanteks bietet mit dem Enthoo Pro ein hervorragendes Gesamtpaket an, das angesichts des Preises eher in der High-End-Klasse als Mittelklasse agieren müsste. Da das Gehäuse für seine Leistung schon für schlappe 96,-€ zu erwerben ist, prämieren wir das Enthoo Pro mit einem Preis/Leistungs-Award, sowie mit einem Gold-Award.

 

Gold Award 2013

 

Preis Leistung Award 2013

 

 
Weiterführende Links:
Kommentare
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- mapim
2014 Nov 03 01:09:34 PM
Der Test und das Gehäuse gefallen mir richtig gut. Das die Lüfter bei Phanteks mal wieder kein Highlight sind finde ich aber echt schade. Ich musste aber feststellen das meine Kumpels da...
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Hardwaremax
2014 Nov 03 03:10:21 PM
Die Gehäuse würden immens im Preis steigen wenn da höherwertige Lüfter verbaut werden. Für den Hersteller ist es dementsprechend schwer den richtigen Geschmack zu treffen.
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- mapim
2014 Nov 03 04:01:22 PM
Für den Großteil der Käufer sind sie ja auch wirklich in Ordnung . Sind ja nicht alle solche Freaks wie wir.
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- GamingArtsXo
2014 Nov 03 04:48:58 PM
Kommt mir aber fast so vor :D

Nettes Gehäuse, auch wenn mir das Design vom Seitenfenster nicht sonderlich zusagt.
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Grinsemann
2014 Nov 03 05:25:55 PM
Es gibt das Gehäuse ja noch ohne Fenster zu kaufen. Da geht dann "selfmade" nach eigenem Geschmack :)
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- GamingArtsXo
2014 Nov 03 06:54:03 PM
Das würde ich wohl auch machen, wenn ich dieses Gehäuse kaufen würde :)
Aber ich hab ja schon ein neues Case in Planung...
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Protoberance
2014 Nov 12 08:25:42 AM
Hardwaremax wrote:
Die Gehäuse würden immens im Preis steigen wenn da höherwertige Lüfter verbaut werden. Für den Hersteller ist es dementsprechend schwer den richtigen Geschmack zu treffen.

Es ist aber keine Seltenheit die Lüfter aus der Serienbestückung direkt auszubauen, die liegen dann nutzlos rum oder werden verkauft. Wäre schön, wenn man da beim Kauf die Wahl...
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Grinsemann
2014 Nov 12 08:35:37 AM
Das ist das Leid der geräuschempfindlichen Freaks. Wie soll das deiner Meinung nach umgesetzt werden? Über einen zusätzlichen Lieferumfang, der wiederum zusätzliche Kosten mit sich bringt?
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Daniel N
2014 Nov 12 08:52:04 AM
Paar Euronen weniger und dafür komplett ohne Luffis?
Sollte dann aber in der Pressemitteilung etc explizit erwähnt werden, sonst heisst es wieder "da sind ja gar keine Luffis bei"
Re: Test: Phanteks Enthoo Pro -- Protoberance
2014 Nov 12 09:16:52 AM
Das werden viele Hersteller leider nicht machen befürchte ich. Wäre ja indirekt ein Zugeständnis über die Qualität der verbauten Lüfter aus dem eigenen Angebot.
Anmelden um zu antworten
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok