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Bitfenix Prodigy M colour-sliderBereits Ende letzten Jahres reagierte der Hersteller Bitfenix auf die Wünsche der Community und veröffentlichte mit dem Prodigy M eine überarbeitete Version des Prodigy, um die Vorzüge eines microATX-Systems bei gleichen Außenmaßen genießen zu können. Seit Mitte des Jahres bietet der Hersteller das Prodigy M nun auch in einer vielfältigen Farbauswahl an und belebt so den überwiegend tristen Gehäusemarkt. Wie sich das Gehäuse gegenüber der Konkurrenz behaupten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.


 

Technische Details BitFenix Prodigy M

 Gehäuse-Typ  Cube
 Maße  250 x 404 x 359 mm (B x H x T)
 Material  Stahl, FyberFlex, SoftTouch
 Farbe  grün
 Gewicht  Ca. 7 kg
 Formfaktor  Micro-ATX, Mini-ATX
 Einschübe 5,25" (extern)  -
3,5" (extern)  -
3,5" (intern)  4 x
2,5" (intern)  2 x (+ 3 x anstelle von 3,5")
 Erweiterungs-Slots  5 x
 Maximale CPU-Kühler Einbauhöhe  160 mm mit Rack, 210mm ohne Rack
 Maximale Grafikkartenlänge  320 mm
 I/O-Panel  2 x USB 3.0, Mikro- und Kopfhöreranschluss
 Fenster  -
 Dämmung  -
 Lüfter-Steuerung  -
 Wasserkühlungskompatibel intern  AiO-Wakü bis 240mm
extern  -
 Derzeitiger Straßenpreis  Ab ca. 70,-€

Neben zwei USB 3.0 Ports wartet das Gehäuse mit einer Aufnahmemöglichkeit für Mainboards im microATX – Format und mit fünf Slotblenden auf, um ein Multi-GPU-System realisieren zu können.

 

Belüftungsmöglichkeiten BitFenix Prodigy M
Position Anzahl Größe Staubfilter
Front Vorinstalliert  - - -
Möglich  -  -  -
Heck Vorinstalliert  1  120 mm  -
Möglich  1/1  120/140 mm  -
Oberseite Vorinstalliert  -  -  ja
Möglich  2  120 mm  ja
Boden Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  2/1/1  120/200/230  -
Seitenteil links Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  -  -  -
Seitenteil rechts Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  -  -  -
HDD-Käfig Vorinstalliert  -  -  -
Möglich  -  -  -

 Zwei 120mm-Lüfter bilden die Belüftungsbasis. Gesamt kann das Prodigy M Color bis zu fünf Lüfter aufnehmen. Trotz der geringen Maße lässt sich im Boden ein 230mm-Lüfter montieren.

 


Das Gehäuse erreicht den Kunden in einer naturfarbenen Kartonage, dessen schwarzer Aufdruck alle wissenswerten Informationen über das beinhaltete Produkt preis gibt. Das Gehäuse finden wir wie gewohnt eingetütet und ummantelt von zwei Schaumstoffschalen vor, die für den nötigen Transportschutz sorgen.

Das Zubehör befindet sich in einer separaten Kartonbox, die im Gehäuse-Inneren mit Draht fixiert wird. Dessen Inhalt besteht aus diversen schwarz gehaltenen Schrauben zur Hardwaremontage, einigen Gummis zum entkoppeln der HDDs, einen internen USB 3.0 auf USB 2.0 Adapter und sechs kurzen Kabelbindern. Eine bebilderte englischsprachige Schnellstartanleitung findet man gesondert vor.

Das Gehäuse kommt wie gewohnt mit den auffälligen Bügeln, aber im frischen Farbkleid daher. Das Gewicht ist mit ca. 7kg ebenso wie die Abmessungen von 250 x 404 x 359 mm (B x H x T) zur farblosen M-Variante unverändert. Das charakteristische Design erhält das Gehäuse durch die wohl geformten Kunststoffelemente am Deckel und Boden. Das am Metallbody installierte FyberFlex-Material dient nicht nur der Optik, sondern kann am Deckel als Griff verwendet werden, bietet aber auch gleichzeitig einen vibrationsdämmenden Effekt beim unteren Element, welches als Standfuß zum Einsatz kommt. Durch letzteres zeigte sich das Gehäuse bei unserem Stabilitätstest entsprechend schwammig. Der Metallbody an sich hinterlässt allerdings einen guten Eindruck und die Spaltmaße sind gleichmäßig. Die Seitenwände sind aus stabilem Metall mit makellos lackierter Oberfläche. Für eine angenehme Haptik sorgt die für den Hersteller typische Soft-Touch Kunststoffoberflächenbeschichtung. Die Front besticht durch den schwarz gerahmten 5,25“ Schacht für optische Laufwerke und dem im unteren Bereich untergebrachten schwarzen Firmenlogo. Die grüne Fläche der Front besteht aus Kunststoff und wartet wie die anderen Kunststoffelemente mit einer Soft-Touch-Oberfläche auf. Die komplette Frontabdeckung ist schwarz umrahmt und bietet damit einen angenehmen Farbkontrast. Die Umrahmung ist vertieft und wartet mit Luftschlitzen auf. Entfernt man die Frontabdeckung, zeigt sich die Laufwerksblende mit der Frontverkleidung verschraubt. Etwas altbacken empfinden wir das Stück Blech, welches herausgedreht werden muss, um ein Laufwerk verbauen zu können. Mal fern ab vom zusätzlichen Aufwand, hinterlässt dies meist scharfe oder spitze Kanten, die zu Verletzungen führen können. Die neben dem Laufwerksausschnitt befindlichen Schrauben deuten darauf hin, dass der Laufwerksschacht deinstalliert werden kann. Während die linke Seitentür mit einer komplett clean gehaltenen Fläche daher kommt, wartet die rechte Seitentür mit dem I/O Panel auf. Dieses besteht aus zwei USB 3.0 Ports einem Audio Ein- und Ausgang, einem Reset- und Powerbutton, sowie aus einer Power- und HDD-LED, die bei Festplattenaktivität ebenfalls blau leuchtet. Das für ca. 12,-€ optional erwerbliche Seitenteil mit Fenster wurde uns gleich mitgeliefert. Da das Gehäuse im inverted Tray-Design daher kommt, nimmt das Window auf der rechten Seite seinen Platz ein. Das Seitenteil mit dem I/O Panel wandert dafür einfach auf die gegenüberliegende Seite. Wie dies realisiert werden kann, greifen wir zum späteren Zeitpunkt noch einmal auf.

Der Bodydeckel verfügt über ein entnehmbares, schwarz gehaltenes Cover, das aus Mesh-Gitter besteht und auf der Innenseite über einen Nylon-Staubfilter verfügt. Ist das Cover entnommen, erlangt man Zugriff auf die Bohrungen im Bodydeckel, die eine Aufnahme von zwei 120mm Lüftern ermöglichen. Das Heck zeigt sich typisch gedreht für ein inverted Design. Entsprechend findet sich der Ausschnitt für die I/O Blende unten rechts, anstatt oben links. Fünf Slotblenden zeigen eine Aufnahmemöglichkeit von Mainboards im microATX-Format. Sehr angenehm erscheint die Verschlusstechnik der Slots. Ein Schiebeelement, welches mit nur einer Rändelschraube arretiert wird, ermöglicht höchst bequem schnellsten Zugriff auf alle Erweiterungskarten. Hinter dem Lüftergitter zeigt sich ein bereits vorinstallierter 120mm-Lüfter aus eigenem Hause. Zusätzliche Bohrungen ermöglichen die Installation eines 140mm Lüfters. Ein Ausschnitt für ein Netzteil wurde nicht vorgesehen, jedoch beherbergt das Heck unter dem Ausschnitt für das I/O Panel einen Anschluss für Kaltgerätekabel. Der Boden zeigt hingegen im Frontbereich den bisher vermissten Ausschnitt für das Netzteil. Desweiteren präsentiert sich der Boden mit großflächigem Lochblech. Ein bereits vorinstallierter 120mm Lüfter ist ein weiterer Teil der Belüftungsbasis. Hier bieten Bohrungen eine Aufnahmemöglichkeit für einen weiteren optionalen 120mm Lüfter, alternativ einen 200mm, bzw. 230mm Lüfter oder zwei 3,5“ Datenträger, die mit den beigefügten Gummis entkoppelt ihren Platz einnehmen dürfen. Damit die aus dem Netzteil entwichene warme Luft die Festplatten nicht erhitzt, verfügt das Gehäuse über ein Hitzeschild, das magnetisch am Metallbody seine Position zuverlässig hält.


Ist die Seitenwand entfernt, sticht direkt ein Bracket ins Auge, welches seinen Platz auf der Fensterseite einnimmt. Das Bracket nimmt zwei 3,5“ Datenträger entkoppelt auf oder drei 2,5“ SSDs. Dieses sogenannte „Storage Rack“ lässt sich durch vier Schrauben auf konventionelle Weise entfernen, was zum Einbau des Mainboards zwingend notwendig ist. Der Innenraum des Metallbodys wurde komplett schwarz lackiert. Wie zu erwarten gibt es auch hier kein Grund über die Beschichtung zu mäkeln. Die Verarbeitung der Bauelemente ermöglicht durch Umfalzungen oder sachgemäßes Entgraten ein verletzungsfreies Arbeiten in allen Bereichen. Der Korpus lässt sich ohne Seitenteile geringfügig verwinden, was im Zusammenspiel mit dem schwammigen Stand durch die FyberFlex-Standfüße nicht unbedingt begeistern konnte. Bei diesen kleinen Gehäusen ist die Stabilität jedoch nicht so wichtig wie bei größeren Modellen, wo schwere Komponenten oder gar eine ausgewachsene Wasserkühlung Einzug erhalten.

Das Tray ermöglicht eine Aufnahme von Mainboards mit Formfaktoren von Mini-ITX und Micro-ATX. Kabeldurchführungen gibt es keine. Die typische Aussparung im Tray ist groß genug dimensioniert um eine Backplate auf allen bereits montierten Mainboards mit Intel- oder AMD Sockel zur Kühlermontage platzieren zu können. Die maximale Bauhöhe der Kühler darf beim Prodigy M mit verbautem Storage Rack samt montierten HDDs, schon ganze 160mm betragen. Ohne dem Storage Rack werden üppige 210mm zur Verfügung gestellt was für Gehäuse im Kleinformat sehr beachtlich ist. Bei der Wahl des Kühlers sind dem Nutzer somit nur geringfügig bis garkeine Grenzen gesetzt.

Da die Befestigungsnut der fünf Slot-Blenden nach außen gerichtet ist, spart der Hersteller hier etwas Platz, welcher der Länge der Erweiterungskarten zugute kommt. So werden im Prodigy M Color bis zu 320mm Platzangebot für Pixelbeschleuniger spendiert, die dank des Schnellspannsystems zügig und werkzeuglos ihren Platz einnehmen können.

Im Boden und in der Front stellen zwei bereits vorinstallierte 120mm Lüfter aus der hauseigenen Spectre-Reihe die Belüftungsbasis dar. In der Front wird Platz für den Einsatz einer 120mm oder 140mm AiO-Wasserkühlung geboten. Im Deckel können optional zwei 120mm Lüfter verbaut werden. Allerdings würde der frontseitige Lüfter die Installation eines Laufwerks nicht mehr zulassen. Platzangebot für eine AiO-Wasserkühlung von bis zu 240mm kann auch im Deckel geschaffen werden, insofern der Laufwerkskäfig deinstalliert wird. Etwas Kompromissbereitschaft ist hier also schon gefragt.

Das Netzteil nimmt am Boden in der Front seinen Platz ein. Der Ausschnitt am Boden lässt eine senkrente positionierung des Netzteils, dessen Lüfter zusätzlich die warme Luft aus dem Gehäuse saugt und nach unten abgibt. Zur leichteren Montage des Netzteils entfernt man das PSU-Bracket bequem durch das Lösen einer Rändelschraube. Ist das Bracket mit dem Netzteil verschraubt, kann dieses bequem eingesetzt und wieder arretiert werden. Bei der Erstinstallation ist dies natürlich aufwändiger, doch sehr angenehm bei späteren Bastelarbeiten. Der Platz zwischen Netzteil und Seitenwand kann zum Verstauen von Kabeln genutzt werden. Zur Konnektivität des Netzteils mit dem Stecker am Heck, verfügt das Gehäuse über eine Kaltgerätekabel-Verlängerung, die über einen abgewinkelten Anschluss zum Netzteil verfügt.

Die Front wartet mit einem großen Lüftergitter auf, welches mit etlichen Bohrungen bestückt ist, die beim Ur-Prodigy zum Einsatz kamen, aber durch die Positionierung des Netzteils hier keine Verwendung mehr finden können.

Die Rückseite des Trays zeigt sich unspektakulär. Ösen um hinter dem Tray führende Kabel besser verstauen beziehungsweise befestigen zu können sucht man vergeblich. Das Tray endet im Netzteilbereich. Dies ist auch notwendig für das Seitenteil, welches über das I/ O Panel verfügt. Dieses wartet mit einem auf der Innenseite angebrachten PCB auf, das über alle notwendigen Anschlüsse und Kabel bereitstellt, die zur Konnektivität mit dem Mainboard gebraucht werden und entsprechend Zugangsfreiraum benötigen. Auf diese Weise kann der Seitenwechsel problemlos realisiert werden. Neben dem PCB vom Seitenteil befindet sich ein Kunststoffgitter. Dieses bietet eine zusätzliche Aufnahmemöglichkeit für zwei weitere 2,5“ große Datenträger.

Die Seitenteile präsentieren sich sehr verwindungssteif durch Abkantungen und Umfalzungen. Das optional erwerbliche Fensterseitenteil lässt sich aufgrund der geringen Metallfläche zwar geringfügig verwinden, für seine Verhältnisse hinterlässt es aber einen sehr ordentlichen Eindruck. Das Fenster wird mit umgeknickten metallischen Haltenasen fest in Position gehalten.


Dank des geräumigen Innenraums und der vorinstallierten Abstandhalter konnte nach Demontage des Storage Racks das Mainboard schnell und einfach seinen Platz einnehmen. Der Einsatz des ITX-Boards ermöglicht es Kabel durch den Ausschnitt hinter das Tray führen zu können. Durch das Gitter, welches zusätzliche SSDs beim Seitenteil mit I/O-Panel aufnehmen kann, wird der standardmäßige Zugang versperrt. Nutzer eines Micro-ATX Mainboards wird die Möglichkeit Kabel hinter das Tray zu führen somit komplett verwehrt, insofern das Panelseitenteil auf der linken Seite platziert wird. Hier kann allerdings Abhilfe geschaffen werden, indem man die zusätzliche SSD-Halterung vom Seitenteil abschraubt. Dies bringt halt den Kompromiss mit, auf den Platz für SSDs verzichten zu müssen. Der Verzicht auf Ösen erleichtert das Verstecken von Kabeln hinter dem Tray beim ohnehin geringen Platzangebot von nur 13mm nicht wirklich. Um die 320mm Platzangebot für Pixelbeschleuniger ausschöpfen zu können, muß der in der Front installierte Laufwerkskäfig entfernt werden. Allerdings ist hier immer noch etwas Aufmerksamkeit geboten, denn durch das Netzteil, welches Aufrecht in der Front am Boden seinen Platz einnimmt, könnten Kabelstränge ein Störfaktor darstellen. Das Platzangebot zwischen Netzteil und I/O Panel ist schon recht knapp bemessen. Empfehlenswert ist hier definitiv der Einsatz eines Netzteils mit modularem Kabelmanagement. Insgesamt ist hier etwas Geduld und ordentliches Arbeiten gefragt.

Um präsentieren zu können, wie einfach es ist mit nur wenigen Mitteln und sehr geringem Aufwand hervorragende Modding-Effekte erzielen zu können, hat Bitfenix uns neben dem Fenstrerseitenteil zwei 30cm lange Alchemy Aqua LED-Stripes in weiß mitgesendet. Diese haben wir am Deckel und am Boden positioniert und erreichen dadurch eine bestmögliche Innenraumausleuchtung. Durch die beigefügten Kabel ließen sich die Stripes mit einer Steuerung verbinden und die LEDs noch dimmen. Alternativ sind die LED-Stripes auch in rot, blau, grün oder orange für je 24,-€ zu erwerben.

Wem die Standardbelüftung nicht genügt und Leistung mit Modding kombinieren möchte, dem stehen auch Möglichkeiten zur Verfügung auf zusätzliche Lüfter mit LEDs wie beispielsweise die hier verwendeten Lüfter aus der Bitfenix Spectre LED Reihe anstatt auf LED-Stripes zurück zu greifen. Hier haben wir zusätzlich zwei 120mm-Modelle und ein 140mm-Exemplar in der Front verbaut. Den 120mm-Lüfter aus der Belüftungsbasis haben wir im Boden montiert. Auch hier lassen sich die LEDs mit einer Steuerung verbinden und in ihrer Helligkeit regeln. Generell empfehlen wir bei dieser Menge Lüfter eine Steuerung oder zumindest einen Splitter beim Einsatz einer AiO-Wasserkühlung im Deckel zu verbauen.

Die hier verwendeten Lüfter schlagen mit ca. 7,-€ für die 120mm Variante und mit ca. 13,-€ für die 140mm Variante zu Buche. Gesamt ist dies sicherlich die günstigere Variante.

 



Testsystem

Mainboard

Gigabyte F2A88XN-Wifi

Prozessor

AMD A6-6400K

CPU-Kühler

Noctua NH-L9a

Wärmeleitpaste

30gr. Tube Prolimatech PK3

Arbeitsspeicher

2 x 2GB Corsair Venegance Low-Profile

Datenträger

Kingston V300 SSD 120GB

Netzteil

Seasonic X650

Überwachung

CPU:Aida64 / Raumtemperatur: Aquaero5XT

Mainboard: Für die Gehäusetests kleineren Formates kommt ein Gigabyte F2A88XN-Wifi zu Einsatz, dass durch seine Abmaße ein möglichst großes Kompatibilitätsspektrum darstellt. Der A88X Chipsatz ist die neuste Entwicklung und ist großzügig ausgestattet und bietet somit alle Anschlussmöglichkeiten die man benötigt

Prozessor: Der AMD A6-6400K eignet sich als günstige Einsteiger CPU, die bereits mit einer internen Grafikeinheit (APU) aufwartet und somit eine zusätzliche Grafikkarte in einem kleinen PC überflüssig macht. Entsprechend sind wir somit auch in der Lage kleinste Gehäuse zu testen, die über ein extrem niedriges Platzangebot verfügen, wie es bei HTPCs üblich ist.

Prozessorkühler: Um größtmögliche Vergleichswerte gewährleistet zu können, setzen wir hier auf den Noctua NH-L9a, der mit seinen 37mm Bauhöhe in so ziehmlich jedes Gehäuse passen sollte.

Wärmeleitpaste: Es kommt immer öfters vor das es bei Wärmeleitpasten unterschiedliche Chargen gibt. Damit wir auch bei der Wärmeleitpaste keine Schwankungen befürchten müssen, greifen wir auf eine 30 gr. Tube Prolimatech PK3 zurück.

Arbeitsspeicher: Der zum Einsatz kommende Low-Profile Arbeitsspeicher stammt vom Hersteller Corsair aus der Venegance Reihe. Das 2x2GB Kit verfügt über eine Bauhöhe samt Heatspreader von nur 30mm und bietet somit höchste Kompatibilität.

Grafikkarte: Um auch kleinste Gehäuse testen zu können, die kein ausreichendes Platzangebot für Grafikkarten bieten, verzichten wir auf den Einsatz eines separaten Pixelbeschleunigers und greifen auf die CPU-interne Grafikeinheit zurück.

Datenträger: Hier kommt eine Kingston V300 SSD in 2,5“ zum Einsatz, die eine gute Basis für unser Betriebssystem darstellt.

Netzteil: Mit dem Seasonic x650 greifen wir auf ein Netzteil zurück welches unser Testsystem zuverlässig mit Strom versorgt. Dieses stellt aber auch durch den dickeren Kabelstrang und den leicht störrigen Kabeln eine durchschnittliche Verlegeeigenschaft hinter dem Mainboardtray dar.

Überwachung: Die Auslesung aller Temperaturen findet mit der aktuellsten Version des Programms Aida64 statt, da dieses sich als zuverlässigste Software etablierte. Die Raumtemperatur ermitteln wir durch ein Aquaero 5 XT.

 

Ablauf und Messungen

Um die Temperaturen zu berechnen nutzen wir Prime und fixieren den Wert dabei auf 12k. Damit bleibt die Auslastung gleich und es gibt keine Schwankungen. Wenn die Maximalwerte erreicht wurden, ziehen wir die Umgebungstemperaturen ab und erhalten damit den Delta-K Wert der für unsere Endergebnisse herangezogen wird. Insbesondere bei hohen Verlustleistungen, die wir mit Prime95 hervorrufen, spielt die Belüftung des Gehäuses eine große Herausforderung dar, die Abwärme schnell abzuführen um ein Aufheizen des Gehäuses zu vermeiden. Die Lüfter sowie der CPU-Lüfter wurden mit voller Drehzahl betrieben.


Mit dem Fractal Design Node 804 legte der Hersteller aufgrund seiner guten Basisbelüftung die Messlatte sehr hoch. Mit einem Delta von 19,2K gibt sich Bitfenix zwar Mühe, schafft es aber nicht ganz paroli zu bieten.


Die Messungen werden mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-100 Schallpegelmessgerätes durchgeführt. Die Gehäuselüfter sowie der Lüfter des CPU-Kühlers werden jeweils mit 12V angesteuert. Bei Gehäusen mit Lüftersteuerung werden zusätzlich Messungen bei 7V Ansteuerung vorgenommen. Bei Gehäusen ohne Lüftersteuerung nehmen wir davon Abstand, da diese von Hause aus die Leistung nicht unterstützen.  Gehäuse besitzen je nach Seite unterschiedliche Lautstärkeentwicklungseigenschaften, weswegen die Messungen in 30cm Entfernung von der linken Seite mit geschlossenem Seitenteil, 30cm von der Front und 30cm vom Deckel aus getätigt werden. Der Durchschnitt der Messungen entspricht dem Ergebnis.

Die Umgebungslautstärke beträgt 32,8 dB(A) die es bei den Messungen zu berücksichtigen gilt.

Bei einer Ansteuerung der Basisbelüftung mit 12V präsentieren sich die Spectre-Lüfter im Prodigy M Color mit 42,56 dB(A) schon angenehmer als die der Konkurrenz. Allerdings sind diese immer noch deutlich zu hören. Eine Drosselung ist empfehlenswert. Gedrosselt können diese durchaus überzeugen. Da das Gehäuse von Natur aus nicht über eine Steuerung verfügt, halten wir von Messwerten Abstand.


Abschließend möchten wir nochmal den Test Revue passieren lassen, sowie auf die Vor- und Nachteile des Bitfenix Prodigy M color eingehen.

Negativ:

  • Aufwändiges Kabelmanagement schließt Kompromisse nicht aus
  • geringer Platz hinter dem Tray
  • Keine Ösen für Kabelmanagement

 

Positiv:

  • Verarbeitung
  • Kühlung
  • In vielen verschiedenen Farben erhältlich
  • Storage Rack entfernbar
  • Viel Platz für HDDs/SSDs
  • Belüftungsoptionen
  • Platz für High-End Grafikkarten
  • Keine Einschränkungen bei der Wahl des Kühlers mit ausgebautem Storage Rack
  • Seitenteil mit modularem I/O Panel

 

Bitfenix hat mit dem Prodigy M Color ein Gehäuse im Sortiment, welches mit seinen vielfältigen Ausführungen die Herzen der farbfreudigen Kunden höher schlagen lässt. Neben der guten Verarbeitung und den guten Kühleigenschaften wissen die Aufnahmemöglichkeit eines High-End Multi-GPU-Systems bei Nutzung eines Mainboards im mATX-Format und eines High-End Boliden zur Kühlung der CPU sehr zu gefallen. Wenn auch teilweise etwas Kompromissbereitschaft gefordert ist, ermöglicht Bitfenix eine hohe Aufnahme an Datenträgern und eines optischen Laufwerks. Trotz der geringen Maße schafft es der Hersteller neben einer ordentlichen Anzahl an Lüftern Platz für eine AiO-Wasserkühlung bis 240mm zu schaffen. Dank des im Seitenteil verbauten I/O Panels samt PCB und Kabeln ermöglicht Bitfenix dieses auf der gegenüberliegenden Seite verbauen zu können und gewährt damit dem Kunden mit wenig Mitteln und Aufwand ein Moddingsystem realisieren zu können. Das optional erwerbliche Seitenteil konnte durchaus überzeugen, welches mit einem Aufpreis von ca. 12,-€ recht günstig ist.

Etwas aufwändig gestaltet sich das Kabelmanagement. Hier ist Präzisionsarbeit gefordert und bringt beim Einsatz von mATX Boards in Kombination mit einem links montierten I/O Panel-Seitenteil Kompromissbereitschaft mit sich. Allgemein ist der Platz hinter dem Tray recht eng und könnte gerne etwas mehr Spielraum bieten. Der Verzicht auf Ösen um Kabel hinter dem Tray fixieren zu können, spielen dem Kabelmanagement nicht in die Karten.

Zwar ist beim Prodigy M Color hier und da etwas Kompromissbereitschaft gefordert, insgesamt präsentiert sich das Gehäuse aber sehr durchdacht und weiß durchaus zu überzeugen. Zudem bringt der Hersteller mit der bunten Farbauswahl frischen Wind in den Gehäusemarkt. Den derzeitigen Straßenpreis ab ca. 70,-€ halten wir für durchaus gerechtfertigt. Angesichts der oben aufgeführten Punkte prämieren wir das Produkt mit dem Gold Award.

 

Gold Award 2013

 

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