CPU Kühler
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Verpackung und Lieferumfang 

Die recht kompakte Verpackung zeigt den MYA RBW mit RGB-Beleuchtung und listet auf der Seite die Spezifikationen von Kühler und Lüfter auf. Wie die relativ kleine Verpackung vermuten lässt, fällt der Lieferumfang recht spärlich aus. Im Grunde wird nur das Montagematerial und eine Tüte Wärmeleitpaste geliefert. Zusätzlich gibt es ein weiteres Paar Lüfterklammern. Bei unserem Exemplar lagen jedoch die falschen bei, welche nicht zum MYA RBW passen, sondern (vermutlich) zum Leto. Leider hatten wir schon beim Leto Probleme mit falschen Schrauben und jetzt auch beim MYA RBW einen fehlerhaften Lieferumfang. Raijintek sollte hier dringend nachhaken.

 

Technische Details

Raijintek Leto Pro RGB

 Maße ohne Lüfter (H x B x T)  163 x 130 x 86 mm
 Maße mit Lüfter (H x B x T)  163 x 130 x 99 mm
 Material  Kupfer, Aluminium, Kunststoff
 Gewicht  925 g (mit Lüfter)
 Heatpipes  6 x 6 mm - direcht touch
 Kompatibilität  Intel

 1156/1155/1150/1151/2011-3/2066

 AMD

 AM4/AM3+/AM3/AM2+/AM2/FM2+/FM2/FM1

 Derzeitiger Preis  ab ca. 60€

Deutlich erfreulicher geht es weiter, wenn wir uns den tiefschwarzen Kühler anschauen, denn dieser ist optisch eine Wucht. Mit Maßen von 163x130x86 mm ist er alles andere als klein und muss sich mit Größen wie etwa dem Dark Rock 4 messen. Gleiches gilt für das Gewicht von insgesamt 920 Gramm, der MYA RWB ist also kein Leichtgewicht.

Trotz der üppigen Kühlfläche geht es aufgrund der RGB-Features nicht ganz ohne das Prinzip „design-over-function“. Einerseits ist durch die aufgesetzte RGB-Beleuchtung die eigentliche Kühlerhöhe etwa geringer und andererseits durchbricht der Kühler aufgrund dieser die kritische Höhe von 160mm und disqualifiziert sich damit für schmalere Gehäuse. Der MYA RBW ist leicht asynchron zur Gehäuserückseite versetzt und erhöht somit die RAM-Kompatibilität für Sockel mit rechtsseitigen RAM-Bänken.

Für die RGB-LEDs wurde dem MYA ein milchiger Acryldeckel von ca. 1cm Stärke aufgesetzt in dem die 16 LEDs versteckt sind. Dieses Acrylstück ist von der Form her gut an die Lamellen angepasst und hat einen schönen Schliff. Auf dem Acryl wurde abschließend eine wiederrum schwarze Blende mit ausgeschnittenem Raijintek-Logo aufgeschraubt. Diese passt nicht ganz zu dem qualitativ bisher sehr guten Eindruck, da sie aus Kunststoff besteht und von der Oberfläche, je nach Lichteinfall, etwas unregelmäßig ist. Eine eloxierte Alulamelle hätte dem Kühler um einiges besser gestanden und sollte bei einem Preis von 60€ drin sein.

Für die digitale RGB-Steuerung benötigt man einen gängigen ADD-Header mit der Belegung 5V-D-x-G, also 3 Pins mit einer Freistelle, einen manuellen Adapter legt der Hersteller leider nicht bei.

Die 37 Lamellen sind mit einem üppigen Abstand von 3 mm zueinander angeordnet und leicht geschwungen, was die Oberfläche vergrößert und die Leistung optimieren soll. Der großzügige Lamellenabstand macht den MYA auch für geringe Drehzahlen empfehlenswert, ähnlich wie man es vom Macho oder Brocken 3 kennt. Die schwarze Beschichtung ist sehr ansprechend aber naturgemäß wenig widerstandfähig, was sich vor allem im Bereich der Halteklammern schnell zeigt, das ist aber keine Eigenart des MYA RBW. Für die Montage sind Löcher in den Lamellen um einen Schraubendreher hindurchführen zu können.

Bei den Heatpipes trumpft der Kühler quantitativ auf und bietet gleich sechs mit je 6mm Querschnitt und befindet sich damit zahlenmäßig in der Oberklasse. Nur wenige Kühler bringen mehr mit. Auf eine Bodenplatte wird hingegen verzichtet und man setzt auf direkten Kontakt mit den Heatpipes. Je nach CPU-Größe und Art (Stichwort verlötet vs WLP) ist das suboptimal und generell eine Sparmaßnahme, die wir bei einem Kühler in der Preisklasse nicht sehen wollen. Hier wünschen wir uns eine schöne vernickelte Bodenplatte! Unsere große, verlötete Test-CPU hat mit dem direct-touch-Prinzip jedoch erfahrungsgemäß keine Probleme. Der Schliff der Heatpipes ist ordentlich, bei ganz genauem Hinsehen erkennt man minimale Spalte zwischen den Rohren.

Abgesehen von der fehlenden Bodenplatte und dem etwas minderwertigen Deckel ist der eigentliche Kühlkörper wirklich toll verarbeitet. Die Lamellen sind nicht scharfkantig und absolut parallel. Die Beschichtung ist frei von Fehlstellen und auch der Schliff der Heatpipes ist gut gelungen. Insgesamt ist der MYA RBW ein wirklicher toller Kühler, der es mit der Spitzenklasse aufnehmen kann.

 

Lüfter

Technische Details

Raijintek Slim-Lüfter

 Maße  120 x 120 x 13 mm
 Bohrungen  120 mm
 Anschluss  4 Pin (PWM)
 Regelbereich  angegeben

 200 - 1500 U/Min

 gemessen

 180 - 1490 U/Min
 Lautstärke  28.4 dB(A)
 Luftdurchsatz  73 m³/h
 statischer Druck  0.67 mmH2O
 Rotorblätter  17
 Lager  Fluid

Bei dem Lüfter hat man keine unstrittige Entscheidung getroffen, denn der Hersteller empfindet es offenbar sinnvoll dem großen Kühlkörper lediglich einen 120 mm Slimlüfter mit gerade mal 13mm Dicke an die Seite zu stellen. Slimlüfter haben bauartbedingt ein deutliches geringeres Fördervolumen sowie niedrigen statischen Druck. Die 17(!) kleinen Flügel deuten deutlich auf ein airfloworientieres Design hin. So bringt er bei 1500 U/Min immerhin noch 73 m³/h, aber eben nur 0.67mmH2O aufs Papier.  Der Regelbereich ist mit einer Mindestdrehzahl von 200 U/Min enorm, allerdings gibt es bei dieser Drehzahl deutliche Schleifgeräusche, die erst bei 350-400 U/Min verschwinden.

Raijintek begründet die Wahl des dünnen Lüfters mit der RAM-Kompatibilität. Wir können das nur eingeschränkt nachvollziehen, da der asynchrone Kühler ohnehin schon recht weiter von dem RAM-Plätzen platziert ist, auf unserem LGA2011-3 Testboard, sowie auf einem uns vorliegendem AM4-Board tangiert ein 25mm nicht mal den ersten RAM-Slot, welche normalerweise nur bei Vollbestückung besetzt ist. Um es netter auszudrücken: Der MYA RBW ist auch ohne Slimlüfter sehr RAM freundlich und bedarf dieser Vorkehrung eigentlich nicht.

Wir sind gespannt ob der dünne Lüfter im Testlauf standhalten kann.


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