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Die Wavemaster Cube Mini haben eine Überarbeitung in Form der Cube Mini Neo erfahren. Mehr optische Auswahlmöglichkeiten, ein optimierter Klang und vielfältigere Anschlussmöglichkeiten sollen die Cube Mini Neo vom Vorgänger abheben. Wie gut die Wavemaster Cube Mini Neo wirklich sind, zeigt unser Test.


Verpackung und Lieferumfang

Die kompakten Lautsprecher kommen in einem ebenso kompakten Karton, der dezent, aber mit unüblichen blau-türkis Ton bedruckt ist. Unüblich ist auch die Polsterung der Boxen, denn statt der gängigen Styroporpolster wird nur ein Deckel aus Pappe aufgesetzt.

Das Zubehör besteht aus einem guten, deutschen Handbuch, einer Fernbedienung, den passenden Batterien (AA), Lautsprecherkabel, Stromkabel, einem 2xCinch auf Klinke- und einem einfachen 3.5mm Klinkenkabel. Man sieht, der Karton ist reichlich gefüllt.

Technische Daten

Gesamtleistung 18 Watt RMS
Frequenzbereich 55 - 22 000 Hz
Hochtöner 25 mm Hochtöner
Mittel/Tieftöner
106 mm Tief/Mitteltöner
Bauweise 2 Wege; Bassreflex hinten
Anschlussmöglichkeiten 2x Cinch, Klinke, optisch, Bluetooth 4.1
Maße (BxHxT) 150 x 209 x 180 mm
Gesamtgewicht 5.5 Kg
Sonstiges
  • Fernbedienung
  • Auto-Standby

 

Packt man die Cube Mini Neo aus, hält man zwei schnörkellose Lautsprecher in den Händen. Neben den uns vorliegenden weißen Exemplaren, gibt es sie auch in schwarz und aus auffälligeren Bambusholz. Von dem Zusatz „Mini“ sollte man jedoch nicht Falsches erwarten. Im Gegensatz zu den größeren Cube Neo oder anderen HiFi-Lautsprechern/Monitoren sind die Cube Mini Neo zwar wirklich sehr kompakt, gegenüber den gängigen PC-Lautsprechern bringen aber auch die Minis eine gewissen Größe mit sich. Der unbedarfte User könnte von den Maßen 150 x 209 x 180 mm (BxHxT) also durchaus überrascht sein, denn immerhin handelt es sich um Lautsprecher mit einem 4“ (~10cm) großen Tiefmitteltöner, der von einem 25mm Hochtöner unterstützt wird und das braucht nun mal seinen Platz.

Zum Schutz der Treiber werden je zwei einzelne runde Schutzgitter aus Metall verwendet, also keine vollflächige Bespannung aus Stoff. So bleibt der coole Look freiliegender Membranen erhalten, sieht aber nicht so nackt und schutzlos aus. Dies stellt auch, abgesehen von den Bedienelementen der rechten Box, das einzige Designmerkmal der Lautsprecher da, der Rest ist ein schlichter, weißer Unibody - der Wavemasterschriftzug ist Geschichte.

Das Gehäuse der Cube Mini Neo besteht vollständig aus stabilem MDF und sorgt für ein Gewicht von über 2.5kg pro Box. Die seitlichen Kanten wurden oben wie unten stark abgerundet und auch die übrigen Kanten wurden für ein glatteres Bild leicht gebrochen. Durch den deckenden Lackauftrag wirken die Lautsprecher wie aus einem Guss, ohne dass man die einzelnen Platten noch ausmachen kann.

Stichwort gebrochen: Leider zeigen die Lautsprecher an den Kanten zum Teil aufgebrochenen Lack, was für uns wie Spannungsrisse aussieht. Glücklicherweise fast ausschließlich auf der Rückseite, lediglich die rechte Box hat einen kleinen Riss an der Seitenkante. Im Alltag fällt dieser jedoch nicht auf und lässt sich mit einem Lackstift auch nahezu unsichtbar verschließen. Hier sollte Wavemaster nochmal etwas nachbessern. Auch der Ausschnitt für den IR-Empfänger ist an den Kanten nicht ganz sauber. Die weiße Variante zeigt solche Unregelmäßigkeiten natürlich schonungslos, bei den schwarzen Exemplaren wäre das wohl kaum aufgefallen, da deren Folierung wohl auch etwas unkomplizierter ist.

Abgesehen von den Lackpatzern an den Übergängen ist die Verarbeitung aber tadellos. Das Gehäuse ist sehr stabil und absolut Verwindungssteif. Die Oberfläche sauber und der Farbton des matten weiß gefällt uns extrem gut, da nicht übermäßig optische Aufheller genutzt wurden. So fügen sie sich gut zu weißen Möbeln und vor Wände, ohne diese schmuddelig oder grau aussehen zu lassen.

Die Rechte Box ist wie immer die aktive und mit den Bedienelementen ausgestattet. Bei den Cube Mini Neo beschränkt man sich auf einen Lautstärkeregler und den eben schon angesprochenen IR-Empfänger mit identischen Abmessungen auf der gegenüberliegenden Seite.

Der Lautstärkeregler ist gerastert aber endlos in beide Richtungen, ein Feedback wo man sich lautstärketechnisch gerade befindet gibt es also nicht. Ein Druck auf den Regler wechselst den Eingang und eine kleine Status-LED über dem Regler zeigt an welcher Eingang aktiv ist: Grün für Line 1 (Klinke), weiß für Line 2 (Cinch), blau für Bluetooth und Orange für den optischen Toslink-Eingang. Weiterhin gibt es einen automatischen Standbymodus, bei dem die LED rot pulsiert. Der Standbymodus wird automatisch geschaltet, wenn 10 Minuten lang kein oder kein ausreichend lauter Pegel an den Lautsprechern anliegt. Ebenfalls werden die Lautsprecher automatisch wieder geweckt, wenn wieder ein Eingangssignal vorhanden ist. Manuelles Wecken ist natürlich auch möglich.

Wir können an dieser Stelle Entwarnung für alle Standby-Geplagten geben. Das automatische Abschalten lässt sich zwar nicht deaktivieren (auch wenn das Handbuch fehlerhafter Weise einen Schalter erwähnt), funktioniert aber sehr zuverlässig. Auch bei sehr leiser Wiedergabe wechselten die Lautsprecher in keinem unserer Szenarien ungewollt in den Standbymodus und die Spanne von 10 Minuten ist ausreichend lang dimensioniert. Das Aufwecken funktionierte ebenfalls schnell und zuverlässig. Werden die Lautsprecher zudem über die Fernbedienung ausgeschaltet, schalten sie sich nicht wieder automatisch ein. Die unterschiedlichen Zustände werden durch die erwähnte pulsierende und eine statische rote LED angezeigt.

Rückseitig gibt es außer dem Netzschalter keine Bedienelemente. Als Anschlüsse stehen Stereo-Cinch Anschlüsse, ein 3.5mm Klinkenanschluss und neuerdings ein optischer Toslink-Anschluss zu Verfügung. Ebenfalls ist jetzt ein Subwoofer-Out vorhanden, über den ein Subwoofer optional nachgerüstet werden kann. Der Anschluss zur linken Box wird über Klemmanschlüsse und üblichen Lautsprecherkabeln realisiert. Die Bassreflexöffnung im oberen Abschnitt sind mit Kunststoff ausgekleidet und erhöhen somit nicht nur den Tiefton, sondern auch den qualitativen Eindruck.

Wird der optische Eingang genutzt übernimmt der in den Cube Mini Neo verbaute DAC die Digital-Analog-Wandlung. Dieser verarbeitet Signale mit bis zu 24bit/96kHz, mehr ist an dieser Stelle auch nicht nötig. Der Frequenzgang ist mit 55- 22000 Hz angegeben.

Auch wenn die Cube Mini Neo kaum Bedienelemente bereitstellen ist eine umfassende Kontrolle möglich. Diesen Job übernimmt ausschließlich die beigelegte Fernbedienung. Von ihrer Machart her ist sie sehr einfach. Sie besteht komplett aus Kunststoff und ist sehr leicht. Dennoch hat man hier kein klappriges Ding vor sich liegen. Vor allem aber, und das ist für uns das Wichtigste, funktioniert die Fernbedienung zuverlässig und hat präzise, knackige Druckpunkte. Nichts ist ärgerlicher als schwammige Tasten, bei denen man geneigt ist zigmal die gleiche Taste zu drücken. Zudem signalisiert ein Aufflackern der LED am Lautsprecher, dass das Signal angekommen ist.

Die Fernbedienung stellt abseits der reinen Lautstärkekontrolle eine ganze Reihe von Funktionen bereit. Ein/Aus, Lauter/Leiser/Stumm müssen wir an dieser Stelle nicht erklären. Auch die Taster Bass+/Bass- sowieso Treble+/- sind eigentlich selbsterklärend und steuern die Lautstärke der Bässe bzw. Höhen um +-10db in je 2db Schritten. Das Sounding kann also nach eigenem Gusto angepasst werden.

Die Nulltaste erfüllt zweierlei Funktion: Wird sie gedrückt stellen sich die Bass-/Treble-Einstellungen auf die Standardeinstellung zurück. Wird sie allerdings innerhalb von 20 Sekunden nach Bass/Treble gedrückt stellt sich nur einer der beiden Regler auf den Standard zurück, nämlich der zuletzt Gewählte.

Tone-Defeat ermöglicht einen Wechsel zwischen Standard und den selbstvorgenommen Einstellungen, ist also quasi eine Profiltaste. Die Loudness-Taste aktiviert/deaktiviert ein Lautstärkeausgleich des Tieftones, damit bei geringen Lautstärken der Bass präsent bleibt, also quasi ein Bassboost bei geringen Pegeln. Bei lauten Pegeln hat die Taste keine Funktion.

Werden die Cube Mini Neo vom Strom getrennt, bleiben die Einstellungen erhalten!


Zunächst steht die Wahl des Anschlusses an. Der DAC leistet eine gute Arbeit, so dass wir keine qualitativen Unterschiede zwischen dem analogen Anschluss an einer ZxR, SpeaKa DAC oder der digitalen, optischen Verbindung feststellen konnten. Beim Grundrauschen hingegen gibt es Unterschiede. Auf den analogen Eingängen gibt es ein dezentes Grundrauschen, wo man fairerweise sagen muss, dass es nur bei absoluter Stille oder aus nächster Nähe bemerkbar ist. Auf den digitalen Eingängen, also Bluetooth und Toslink sind die Lautsprecher absolut still, selbst wann man das Ohr an diese hält. Da der DAC eine eiwandfreie Qualität liefert, würden wir im Allgemeinem zum digitalen Anschluss raten.

Als wir den ersten Track starteten dröhnte uns erstmal ein sehr dominanter Bass entgegen, der sich ziemlich unangenehm über den ganzen Song legte. Aber Entwarnung, denn standardmäßig war der Loudnessmodus aktiv, der den Bass bei geringen Pegeln anhebt und da die Wavemaster Cube Neo Mini laut, also wirklich laut, spielen können, war dieser trotz gehobener Zimmerlautstärke noch sehr präsent. Hier rächt sich dann etwas die rein digitale Ansteuerung, wo man selbst herausfinden muss, welche Parameter gerade aktiv sind. Also Loudness deaktiviert und zur Sicherheit nochmal auf „0“ gedrückt, jetzt können wir richtig loslegen.

Entgegen der ersten Verwunderung verfügen die Cube Neo Mini bei neutraler Einstellung über eine nur leichte Badewannenabstimmung. Nicht langweilig, nicht flach, sondern genau richtig - für Multimedialautsprecher wohlgemerkt. Wer es neutraler will, sollte mit zwei, drei Betätigungen der entsprechenden Minus-Tasten glücklich werden. Wavemaster trifft standardmäßig ein spaßiges, dynamisches Klangbild, verfällt aber nicht dumpfes Bassegemurmel oder zu schrille Höhen und schafft es, dass trotz Spaßabstimmung kein Bereich untergeht.

 

Tiefton

Was die kleinen Cube Mini Neo mit ihren 4“ Treibern an Tiefton können ist beachtlich, aber auch von deren Aufstellung abhängig. Vollkommen frei aufgestellt, ist der Tiefton bei leisen Pegeln deutlich schwächer, als bei einer wandnahen Aufstellung. Da lohnt sich Loudness dann wirklich, ohne dass es zu extrem wird. Die wandnahe Aufstellung beeinflusst das Klangbild unserer Meinung nach sehr positiv. Nur in einer Ecke gezwängt beginnt es mit angehobenem Bass ab und an mal zu dröhnen.

Wir gehen an dieser Stelle also von einer Aufstellung vor einer Wand, bei Standardpegel für den Bass aus. Hier liefern die Cube Mini Neo ein schön volles Klangbild und kommen auch beachtlich tief. Die Spezifikation von 55 Hz sind natürlich so eine Sache, unter ca. 70 Hz sinkt der Pegel dann schon deutlich gen unhörbar. Das reicht aber um knackige Bässe mit einem schönen Punch zu erzeugen. Wer mehr will, investiert in einen Subwoofer oder wählt größere Lautsprecher.

Hörbar ist ein Peak im Oberbass zwischen 100 und 120 HZ, der das ganze Klangbild etwas voller macht. Wavemaster würzt damit den Klang und gibt ihm eine spaßige, moderne Note, übertreibt es aber nicht. Gitarrenriffs haben etwas mehr Power, männliche Stimmen hinterlassen mehr Eindruck. Das Bass Regler kann diesen Effekt verstärken oder minimieren/auslöschen.

 

Mitten

Die Mitten werden klar und präsent dargestellt. Sie klingen sauber und haben eine gewisse Wärme. Sie sind im Vergleich zum Hochton und Oberbass minimal zurückgenommen, verlieren aber keinesfalls an Substanz. Ohne Loudnessfunktion schwappt der Basse auch nicht in die Mitten herein, so bleibt ein differenziertes Klangbild erhalten und auch handgemachte Musik macht eine Menge Spaß.

 

Höhen

Beim Hochton hat Wavemaster unserem Empfinden nach am stärksten Hand angelegt und diesen betont. Das Klangbild ist detailliert, brillant aber bisweilen etwas scharf. Schon bei den TWO NEO sind uns die schärferen Höhen zum Vorgänger aufgefallen, wobei es da noch ganz andere Kandidaten gibt. Außerdem kann der Hochton dank Treble Taste entschärft werden. Schon -2dB bis -4dB nehmen dessen Aggressivität, ohne dass die Details leiden.

Wie man sieht, die Wavemaster Cube Mini Neo liefern ein richtig gutes und anpassbares Klangerlebnis. Sie sind dynamisch, zeigen viele Details und haben ein schönes klares Klangbild, das mit einem sauberen harten Oberbasse aufwartet. Nur die tieferen Regionen werden nicht erreicht, dafür fehlt es an Größe.

Damit sind die Cube Mini Neo genremäßig gute Allrounder. Sowohl moderne Popstücke, Rock als auch Oldies machen Spaß. Sogar Klassik geben die kleinen Lautsprecher ansprechend wieder, wenn man nicht gerade das volle Spektrum der großen Orgel heraushören möchte.

Spiele überzeugen mit guter Ortung und großer Bühne, letztere erfordert aber eine entsprechende Aufstellung. Für den letzten Wumms in Spielen und besonders Filmen, ist ein Subwoofer unersetzbar.

Der maximale Pegel ist mehr als ausreichend einen Raum von 20m² zu beschallen, sogar wenn es mal lauter werden darf. Auch bei höheren Pegeln stellten wir keine Verzerrungen fest.


Die Neuauflage der Wavemaster Cube Mini hat bei uns einen mindestens ebenso hervorragenden Eindruck hinterlassen wie der Vorgänger. Die klanglichen Qualitäten sind beeindruckend. Klar, detailliert und mit beachtlich viel Kraft für die Größe. Dank der leichten, spaßigen Abstimmungen dürften die Cube Mini Neo viel Gefallen finden und bedienen jedes Genre gleichermaßen.

Das Design ist dank der neuen Farbvarianten und dem Verzicht auf den Schriftzug noch gelungener und der optische Anschluss eine echte Bereicherung. Die physischen Drehregler für Bass und Höhen vermissen wir zwar ein wenig, aber mit etwas Gewöhnung ist die Fernbedienung sehr komfortabel und übernimmt die Funktionen zuverlässig. Da die Cube Mini ihre Einstellungen stets beibehalten, wird man sie wohl eh nicht oft benutzen.

Größte und so ziemlich einzige Kritik müssen wir bei der Lackierung an den Kanten üben, die nicht ganz dem ansonst hochwertigen Eindruck gerecht wird - natürlich aber ein Einzelfall sein könnte.

Die geringe Größe, das zeitlose Design und der tolle Klang machen die Wavemaster Cube Mini Neo mit gerade einmal 100-130€ zu einer echten Standardempfehlung und der Konkurrenz das Leben schwer.

 

weiterführende Links:

Herstellerlink
Preisvergleich

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